Speyer
Infektion aus Krankenhaus in Seniorenheim mitgebracht
„Im Seniorenzentrum Haus am Germansberg der Diakonissen sind zwei aus unterschiedlichen Krankenhäusern aufgenommene Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Beide zeigen keine Symptome.“ Das teilt der Träger auf Anfrage mit. In dem Zentrum mit 77 seniorengerechten Wohnungen und 90 Pflegeplätzen sei derzeit weder die Schließung einzelner Wohnbereiche noch der Gesamteinrichtung nötig, so Sprecherin Barbara Fresenius. Die Besuchsregelung mit täglich einem Besucher pro Bewohner mit FFP2-Maske bleibe gültig.
Beide Betroffenen seien als Krankenhausrückkehrer schon am Entlassungstag in ihren Wohnbereichen isoliert worden. Fresenius: „Nachdem das jeweilige Krankenhaus mitgeteilt hat, dass Mitpatienten Sars-CoV-2-positiv waren, wurden die beiden betroffenen Bewohner umgehend im Seniorenzentrum getestet.“ Sie würden seit dem positiven Befund in ihren Zimmern von Personal mit persönlicher Schutzausrüstung versorgt und betreut. Vor dem Haus am Germansberg hatten zuletzt Storchenpark, Salier-Stift und Awo-Seniorenhaus Corona-Fälle verzeichnet.
Mediziner warnt
„Es ist nicht so, dass die Heime für die hohen Inzidenzwerte in Speyer verantwortlich wären“, sagt Mediziner Wresch. „Die Infektionen werden in die Heime gebracht.“ Entscheidend seien die diffusen, häufig asymptomatischen Fälle in der Bevölkerung. Deshalb böten in Speyer wohl nur strenge Kontaktbeschränkungen in Verbindung mit baldigen Impfungen Hoffnung auf spürbare Besserung.
In den vergangenen Tagen sei der Anteil positiver Tests im von Wresch geleiteten Abstrichzentrum in der Halle 101 überdurchschnittlich gewesen: Über alle Öffnungstage des Zentrums seit dem 23. Oktober hinweg betrage die Positivrate 17 Prozent, zuletzt habe sie jeweils bei 20 bis 21 Prozent gelegen, erklärt Wresch. Es würden jetzt wieder alle asymptomatischen Kontaktpersonen der ersten Kategorie ab dem fünften Tag getestet. Er kümmere sich auch um die Kontaktnachverfolgung bei den Betroffenen, telefoniere ständig, so Wresch: „Die Leute brauchen Hilfe, wie sie sich verhalten sollen.“