Speyer In vier Jahren von der A-Klasse in die Pfalzliga
«Dudenhofen.» „Als Mannschaft hatten wir uns Platz drei, wenn möglich den Angriff auf die beiden Aufstiegsplätze als Ziel für diese Saison gesetzt“, sagt Siggi Oetzel, Trainer des Verbandsligisten HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Die Zwischenbilanz fällt sogar besser aus. Die Spielgemeinschaft führt die Tabelle mit 24:2 Punkten und 420:336 Toren an.
Bei neun Zählern Vorsprung auf die erste nicht aufstiegsberechtigte Sieben und noch neun auszutragenden Partien, rückt der Sprung in die Pfalzliga immer näher. Coach Oetzel startete nach dem Zusammenschluss der Dudenhofener und Schifferstadter 2015 in der A-Klasse. Seit damals blieb der Kern der heutigen, im Schnitt immer noch sehr jungen Mannschaft, zusammen. „Wir sind inzwischen eingespielt, und die Jungs verstehen sich auch privat prima. Unsere großen Stärken sind der Zusammenhalt und die Ausgeglichenheit“, nennt er neben dem Willen die Voraussetzungen, um in vier Jahren den Sprung aus der A-Klasse in die Pfalzliga zu schaffen. Eine große Rolle spielt die Nachwuchsarbeit. Trotz des Abgangs der besten Talente bereits im A-Junioren-Bereich schafft es Dudenhofen/Schifferstadt immer wieder, die eigene Jugend bei den Aktiven einzubauen. Oetzel nennt als Beleg das Beispiel des Oberlisten VTV Mundenheim, in dessen aktuellem Aufgebot sich acht Spieler befinden, die aus dem Dudenhofener oder Schifferstadter Nachwuchs stammen. Aus seinem Kader der Saison 2017/2018 hielten ihm zwölf Akteure die Stange und bilden weiter die Korsettstangen des Teams. Niklas Klein, Marc Dennhard, Jonas Nessel und Adrian Stögbauer kamen aus der A-Jugend, die die Oberligameisterschaft holte, Simon Blümer aus der zweiten Mannschaft nach. Oetzel im Gespräch mit der RHEINPFALZ: „So können wir wie seit Beginn unserer gemeinsamen HSG-Zeit auf einen konstanten Kader setzen und fast alle Position doppelt stark besetzen.“ Der erfolgreiche Rundenauftakt erleichterte die Mission. In Offenbach glückte in den Schlussminuten ein knapper Erfolg. Der anschließende Heimsieg gegen den TV Edigheim, gegen den sich die HSG bis dahin noch nie durchsetzte, und der folgende Auswärtstriumph in Mundenheim sorgten für viel Selbstvertrauen. Die Sieben habe sich bewiesen, im zweiten Jahr in der Verbandsliga angekommen zu sein und vorne mitspielen zu können, meint Oetzel. Den konstanten Flow nutzten die Mannen um den zweitbesten Siebenmeterschützen der Liga, Niklas Klein (40 Treffer bei 48 Versuchen), zu zwölf Siegen in Serie, ehe im Rückspiel in Edigheim kurz vor der Weihnachtspause der Schuss mit 24:30 erstmals nach hinten losging. Die erste Schlappe hakte der Trainer längst ab, weil die Seinen an diesem Tag bei einem guten Gegner einfach schlecht spielten. Die hohe Differenz entstand aufgrund der offenen Manndeckung, die gegen Ende nicht fruchtete. Oetzel legte in der Saisonvorbereitung sein Hauptaugenmerk auf die Verbesserung des Abwehrspiels und die körperliche Verfassung. In einer dritten Einheit arbeitete Bernd Klein speziell an körperlichen Defiziten. In der Abwehr baut die HSG auf das 5-1. Christoph Lacher agierte bis zu einer Knieverletzung als überragender Organisator der Hintermannschaft. Die HSG stellt mit durchschnittlich 32,3 erzielten Toren den erfolgreichsten Angriff – auch ein Ergebnis der verbesserten Verteidigung. Denn die Ballgewinne münzt Dudenhofen/Schifferstadt häufig mittels Tempohandball in eigene Treffer um. In kritischen Situationen helfen das gestiegene Spielverständnis und das Mehr an Erfahrung enorm weiter. Oetzel tut sich schwer, einzelne herauszuheben: „Denn das würde den anderen Spielern, die ihren Beitrag zum Gelingen unserer Mission leisten, nicht gerecht werden.“ Neben Lacher nennt er aber doch Torwart Nico Claus, Mathias Handrich sowie David und Sebastian Kolb als Akteure mit bis dato überragenden Leistungenen. „Aber ich weiß auch, wenn einer dieser Spieler ausfällt, habe ich gleichwertigen Ersatz auf der Bank.“ Als Problem empfindet Oetzel die lange Pause von sechs Wochen wegen der gerade laufenden Weltmeisterschaft. Darunter leidet in seinen Augen die Kondition, und es fehlt die Spielpraxis. Seine Mannen pausierten bis 6. Januar. Seitdem bereitet sich Dudenhofen/Schifferstadt zusammen mit der A-Jugend auf die letzten Schritte Richtung Pfalzliga vor. Auch jetzt geht der Blick verstärkt auf die Hintermannschaft. Denn mit Simon Blümer (Kreuzbandriss) fällt der zweite etatmäßige Abwehrchef und Kreisläufer aus. Oetzel hofft auf A-Junior Lorenz Worf, der diese Rolle bereits beim Nachwuchs ausfüllt und „ein Spieler der Zukunft ist“. Kevin Gerber wird für drei Wochen im Ausland weilen. Der Coach: „Ein Aufstieg ist von mehreren Faktoren abhängig. Neben den handballerischen Fähigkeiten gehört auch immer eine Portion Glück dazu.“ Dass sein freiwilliger Rückzug zum Saisonende, unabhängig vom Aufstieg, Auswirkungen auf das weitere Auftreten der Mannschaft hat, verneint Oetzel: „Wir haben sehr früh die Spieler über meine Entscheidung informiert, so dass sich jeder mit der Situation auseinandersetzen konnte. Ich sehe das eher als Motivation und Anreiz, sich jetzt schon für die nächste Saison zu beweisen. Mein Nachfolger Gerd Zimmermann kann sich jetzt schon einen Eindruck vom Kader machen.“ Zimmermann sei ein in der Arbeit mit höherklassigen Mannschaften erfahrener Trainer. Er werde die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen, denkt Oetzel.