Speyer Im Einsatz gegen reizende Raupen
Am Freitag ging es schon auf dem Friedhof los, das Pfingstfest ist nach Mitteilung der Stadtverwaltung aber der eigentliche Startpunkt für die Bekämpfung der Raupen des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet. Die Abteilung Stadtgrün werde „auch in den Abend- und Nachtstunden im Einsatz sein“. Zudem kämen Fremdfirmen zum Einsatz: auf dem Friedhof, im Hertrichwäldchen, im Grünstreifen am Bauhaus und entlang der Spaldinger Straße. Hintergrund sei der Arbeitsaufwand: Die Bekämpfung müsse jetzt relativ bald im „dritten Larvenstadium“ erfolgen, und es gebe sehr viele gefährdete Eichen. Im Baumkataster sind für das Stadtgebiet laut Barbara Fresenius, Pressesprecherin der Verwaltung, 1213 Eichen erfasst. Mit der Ausweitung des Katasters, in das die einzelnen Bäume in den vergangenen Jahren nach und nach eingepflegt wurden, ist das Vorgehen gegen die reizenden Raupen noch einmal aufwendiger geworden: Vor fünf Jahren war die Stadt noch von 700 Eichen ausgegangen. „Jetzt ist die Bekämpfung viel systematischer möglich“, betont Fresenius. Im gesamten Stadtgebiet werden Eichen besprüht: auf Kinderspielplätzen, in öffentlichen Grünanlagen, in der Walderholung, an Straßen, in Kindergärten und Schulen sowie auf dem Friedhof. „Die Eichen werden vom Boden aus und von einer Hub-Arbeitsbühne mit einem Extrakt aus Neemsamen besprüht“, erklärt Fresenius. So können sich die feinen „Brennhaare“ nicht mehr ausbilden, die die Larven des Prozessionsspinners bedecken und bei Berührung oder Einatmen allergische Reaktionen auslösen können. Mögliche Symptome: Hautausschläge, Schwellungen, Juckreiz, Atemwegsreizungen, Schwindel, Fieber oder Bindehautentzündung. Deshalb warnt die Stadtverwaltung ausdrücklich und empfiehlt, sich von Nestern dieser Raupen fernzuhalten. Falls es doch zur Berührung mit den Haaren komme, könnten sofortiger Kleiderwechsel und Duschen helfen. Empfindliche Hautbereiche könnten etwa mit langer Kleidung geschützt werden. Die Bekämpfung solle Fachleuten überlassen werden. Auf öffentlichem Grund sei die Stadt zuständig, auf Privatgrund der Eigentümer. Kontakt Nester können bei der Stadtgärtnerei unter Telefon 06232 142611 gemeldet werden.