Speyer „Ich allein bewirke gar nichts“
Waldsee. Karl Heinz Zwicknagel (57) ist seit einem guten Jahr Vorsitzender und gleichzeitig Schatzmeister des ASV Waldsee. Vorher war er zeitweise schon einmal stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer. Geboren in Rötz in der Oberpfalz, kam er als 16-Jähriger in die Pfalz, um bei der BASF eine Ausbildung als Chemielaborant zu machen. Inzwischen ist er Chemotechniker und Laborleiter. Anfangs wohnte er im Jugenddorf Limburgerhof. Ein Freund brachte ihn zum ASV Waldsee. Seit 1981 spielt er dort aktiv Fußball als Torwart, mittlerweile für die Alten Herren. Zwicknagel und seine Frau Gabi wohnen seit 1984 im Dorf. Christine Kraus hat sich mit ihm unterhalten
Man muss nicht, aber es hilft enorm dabei, weil man erstens in Dingen wie Steuerrecht, Vereinsrecht oder Mediengestaltung geschult wird und zweitens dadurch Teil eines großen Netzwerkes ist. Wenn ich mal mit einer Fragestellung nicht weiterkomme, habe ich immer Ansprechpartner. Aber genauso wichtig ist es, dass die Vorstandschaft harmoniert. Bei uns funktioniert das gut. Mit mir wurden ja noch zwei Neue gewählt, Harald Paczinski als mein Stellvertreter und Mandy Gabler als Schriftführerin. Und nicht zuletzt muss man auch einen guten Umgang mit den Abteilungsleitern pflegen. Vereinsarbeit ist Teamarbeit. Ich allein bewirke gar nichts. Was hat sich im ASV getan, seitdem Sie Vorsitzender sind? Kaum war die Amtsübernahme fertig, ging es darum, die Gemeinnützigkeit zu erhalten. Das hat dieses Jahr sehr viele Vereine beschäftigt. Als Schatzmeister und Vorstand musste ich mich dem stellen. Das war sehr viel Arbeit. Außerdem hat sich das Personalkarussell kräftig gedreht, weil einige Abteilungsleiter aus familiären oder gesundheitlichen Gründen ausgeschieden sind. Auch unsere langjährige Finanzbuchhalterin Margit Stein hat aufgehört, ebenso Elke Becker, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war. Manches davon war geplant, aber eben doch ein Schnitt. Fast alle Positionen wurden nahtlos wiederbesetzt. Außerdem hatte sich damals gerade wieder ein Pächterwechsel des Vereinsheims abgezeichnet. Sie sind ja auch Kassierer des Vereins. Über Zahlen sprechen Kassierer ja nicht gerne. Wie steht der Verein finanziell da? Gut, aber wir führen die Kasse immer mit Blick auf unseren vereinbarten Etat und können uns ungeplante Sonderausgaben kaum leisten. Wir sind angewiesen auf Aktionen wie Ortsturniere, Bierfest und Kerwe und schon auch auf die Pacht des Vereinsheims. Nur so können wir auch den Spielbetrieb attraktiv gestalten. Heißt das, dass Ablösesummen für Spieler auch bei Amateurmannschaften ein Thema sind? Natürlich, das ist in der Spielordnung des Südwestdeutschen Fußballverbandes geregelt. Man nennt es Ausbildungs- und Förderungsentschädigung, die an den Verein, aus dem der Spieler kommt, bezahlt wird. Das sind dann locker mal mehrere hundert Euro für einen Spieler. Dies gilt inzwischen auch für Frauenmannschaften. Das macht mir schon manchmal Kopfzerbrechen. Spieler selbst bekommen bei uns keinen Cent, und trotzdem verzeichnen wir einen enormen Zulauf. Trainer werden im Rahmen der Übungsleiterpauschale bezahlt. Das ist auch okay so. Ich will ja auch Qualität für den Verein haben. Apropos Qualität, wann wird die Herrenmannschaft wieder mal Meister? Mit einem Platz im guten Mittelfeld wäre ich schon zufrieden. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? In einigen Abteilungen bin ich da sehr zufrieden. Da haben wir gute Leute, und man braucht sich nicht viel zu kümmern. In der Karate- und Tischtennis-Abteilung läuft es super. In der Badminton-Abteilung haben sich gerade drei junge Leute als Kids-Coaches ausbilden lassen und schon einige Kinder für den Sport gewinnen können. Sorgenkind ist die Fußballjugend. Im Moment haben wir nur Bambini, F- und E-Jugend. Wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Das ist so. Wir können nicht so weitermachen wie in den letzten Jahren. Wir müssen da schon mehr Qualität bieten. Und wie wollen Sie das erreichen? Die Trainer und Betreuer müssen geschult werden, und die Kommunikation muss stimmen. Wir haben ja positive Ansätze. Im Moment hat ein Trainer schon die DFB-Lizenz gemacht. Zwei weitere sind gerade in der Übungsleiterausbildung. Die Richtung passt. Aber der Weg wird lang. Bei all dem dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir auch ein Sportangebot für die älter werdenden Generationen brauchen. Ich denke, dass wir mit unseren neuen Aktionsfeldern Fitness 50 plus und dem Faszientraining richtig liegen. |krx