Speyer Horrrido und Waidmannsheil
„Hier zu sein hat etwas Erhabenes“: Damit hat Martina von Joeden-Lang der RHEINPFALZ am Samstag vor dem Dom erklärt, warum sie mit der Karlsruher Jagdhornbläsergruppe „Markgraf von Baden“ zum vierten Mal am „Großen Hörnerklang“ teilgenommen hat. Elf Bläser- und Gesangsgruppen haben am Nachmittag unter freiem Himmel auf die traditionelle Hubertusmesse im Dom eingestimmt.
„Ein Horrido, ein Weidmannsheil“: Mit der in Jagdkreisen gebräuchlichen Begrüßung eröffnete der baden-württembergische Landesjägermeister Jörg Friedmann das Bläserkonzert. Zahlreiche Speyerer und Jäger aus der gesamten Region waren dabei, als sich Jagdhornbläser aus Aschbachthal, Bruchsal, Dannstadt-Schauernheim, Dudenhofen, Heidelberg, Karlsruhe, dem Leiningerland, Grünstadt, Bad Dürkheim, Neustadt, Ludwigshafen und Mörlenbach vor dem Dom-Eingangsportal im Halbkreis aufstellten. „Jagd ist Leidenschaft“, rief Friedmann Mitwirkenden und Besuchern zu. „Die lassen wir uns nicht schlechtreden.“ Beifall. Dann überließ der Landesjägermeister den Musikern die Jägersprache, der Jagdhornsignale zugeordnet werden. „Vor der Messe gehen wir im Domhof essen“, kündigte ein Jäger seiner Familie an, bevor von Joeden-Lang und ihre Gruppe den „Jäger aus Kurpfalz“ bliesen. Dabei ging nicht nur Dieter Mahr, Präsident des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz, das Herz auf. Er hob die jahrzentelange Tradition des Gedenkens an den Heiligen Hubertus als Patron der Jäger im Speyerer Dom hervor. „Hier ist die schönste Hubertusmesse in ganz Deutschland“, schwärmte von Joeden-Lang von dem „musikalischen, sinnlichen und spirituellen Erlebnis“. Für ihn sei die Teilnahme eine Selbstverständlichkeit, betonte Friedrich Willand. Der Schifferstadter mit Speyerer Wurzeln gehört den „Pfälzer Jagdhornbläsern“ schon seit ihrer Gründung 1954 an. Zwölf Dudenhofener Kolping-Jagdhornbläser ließen den „Jägergruß“ im Einklang mit den Domglocken erklingen. „Für uns ist es eine Ehre“, sagte Leiter Gerhard Hoffmann. „Jeder hier ist mit ganzem Herzen dabei.“ Ob der weiße Habicht solche Gefühle auf dem Domplatz teilte, konnte der Odenwälder Jäger Thomas Noe nicht bestätigen. „Er ist schon etwas älter“, erklärte er die Gelassenheit des Vogels vor Beginn der Dankmesse zu Ehren des Heiligen Hubertus unter der Leitung von Domdekan Christoph Kohl um 18 Uhr. Bis zum „Halali“ beteiligten sich rund 150 Bläser und Sänger, zahlreiche Jagdhunde sowie der Habicht und ein Falke.