Speyer
Holtzmann-Gelände verkauft: Das plant der neue Eigentümer
Die Pläne für Wohnbebauung zwischen Wormser Landstraße, Waldseer Straße, Im Neudeck und Schwarzem Weg gab es schon vor mehr als einem Jahrzehnt. Die Stadt selbst erwähnte die Fläche als Potenzial für Wohnbebauung, während auf dieser noch die Firma Holtzmann aktiv war. Der Experte für Plotterpapiere, mit Gründung 1852 einer der ältesten Industriebetriebe Speyers, war zuletzt immer kleiner geworden und hat 2025 seinen Betrieb eingestellt. Der Wunsch der Gesellschafter um Hans Dieter Wagner, die Fläche zu veräußern, hat sich jedoch länger hingezogen als zunächst erwartet.
Einige Zeit wies die Spur in Richtung der Firma Luma (Fußgönheim), die konkrete Pläne vorgestellt hatte, um neben Gewerbe rund 70 Wohnungen zu entwickeln. Darüber wurde auch schon in städtischen Gremien beraten, aber zunächst keine Einigung erzielt. Es ging unter anderem um Details wie das Verhältnis von Wohnen und Gewerbe sowie die konkrete Gestaltung. Möglicherweise hat das alles zu lange gedauert oder war finanziell nicht so attraktiv wie erhofft: „Bei Holtzmann haben wir uns zurückgezogen“, verkündete ein Sprecher dann voriges Jahr auf Anfrage.
Unternehmen als Käufer
Der einstige Holtzmann-Chef Wagner hatte von neuen Kontakten mit mehreren Projektentwicklern berichtet, auf die ebenfalls Absagen gefolgt seien. Er liebäugelte außerdem mit der überregionalen Suche nach Interessen, ist nun aber doch ganz in der Nähe fündig geworden: Die Familie Neubeck, die hinter den beiden gleichnamigen Autohäusern und weiteren Immobilien auf der anderen Seite der Wormser Landstraße steht, wird mit einer ihrer Immobiliengesellschaften die sieben Hektar erwerben, wie Geschäftsführer Thomas Neubeck auf Anfrage bestätigt. Der Notartermin dazu habe schon stattgefunden, die Bestätigung des Grundstückgeschäfts werde in den nächsten Wochen erwartet. Die Kosten der Transaktion beziffert er nicht.
Was hat Neubeck mit dem Grundstück vor? Auf lange Sicht könne er das noch nicht sagen, so der Geschäftsmann. „Sobald Vollzug gemeldet ist, gehen wir in die gemeinsame Planung mit der Stadt.“ Klar sei, dass das Mehrfamilienhaus auf dem Gelände beibehalten werde. Ansonsten werde es zunächst darum gehen, „Schrottreifes zu eliminieren“. Von den früheren Firmengebäuden falle wohl ein Teil weg. Andere Teile seien erhaltenswert. Das Gelände solle attraktiver werden und vorübergehend für Neubecks Automobilbetriebe genutzt werden.
Parkplätze fehlen
„Geplant ist eine Logistikfläche für beide Betriebe“, erläutert der Firmeninhaber. Diese seien derzeit trotz Flächenwachstums in den vergangenen Jahren beengt. Die 2025 hinzugenommene E-Auto-Marke BYD sei stärker gefragt als erwartet. Teilweise fänden die Kunden nicht einmal genügend Parkplätze auf dem eigentlichen Firmengelände. Die Holtzmann-Fläche könne deshalb zumindest zeitweise als Puffer dienen, um Autos abzustellen. Die Kundenkontakte fänden aber wie bisher an den Standorten Wormser Landstraße 194 und Landwehrstraße 34 statt.
Bis die endgültige Planung für das Holtzmann-Gelände steht, kann es nach Einschätzung von Neubeck mehrere Jahre dauern. „Aktuell handelt es sich um ein Gewerbegebiet. Wenn dort auch Wohnbebauung entwickelt werden soll, geht das nur im Konsens mit der Stadt.“ Über die damit verbundenen Herausforderungen werde er mit der Verwaltung sprechen und habe sich dazu mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD), Fachbereichsleiter Robin Nolasco sowie Wirtschaftsförderer Mario Daum auch schon verabredet. „Ich kann noch nichts dazu sagen, was in den nächsten Jahren mit der Fläche passiert. Es kommt auch darauf an, was die Stadt will“, erklärt Neubeck die Herangehensweise. Die Kommune hatte in der Vergangenheit davon gesprochen, dass in diesem Bereich – Nachbargrundstücke hinzugenommen – insgesamt 13 Hektar neu entwickelt werden könnten.