Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Firma Holtzmann: Ende ohne Lösung für Grundstück

Entwicklungspotenzial an der Wartturm-Kreuzung: links hinter dem Wartturm die Firma Holtzmann, rechts ein Gebrauchtwagenhandel.
Entwicklungspotenzial an der Wartturm-Kreuzung: links hinter dem Wartturm die Firma Holtzmann, rechts ein Gebrauchtwagenhandel.

Für Wohnbebauung auf dem Gelände der Firma Holtzmann an der Wormser Landstraße gab es schon lange konkrete Pläne. Um diese ist es nun fast so ruhig geworden wie um die Firma.

„Wir produzieren noch.“ Das hatte Geschäftsführer Hans Dieter Wagner gebetsmühlenartig wiederholt, wenn die Debatten um die gut sechs Hektar der Firma Emil Holtzmann allzu konkret wurden. Seit den 1990er-Jahren hatte er diese selbst befeuert: Weil das Geschäft mit Plotterpapieren rückläufig war, suchte er eine kleinere Ausweichfläche und brachte die Neubebauung des traditionsreichen Firmengeländes ins Spiel. Dabei ging es nicht um irgendein Unternehmen, sondern um einen der ältesten Industriebetriebe Speyers – Gründung 1852 – mit mehr als 90 Mitarbeitern bei Wagners Amtsantritt 1974.

Zuletzt waren es drei Mitarbeiter. Wagner hat im März den Betrieb beendet und ist selbst 79-jährig ausgeschieden. Die GmbH ist in der Auflösung, ein externer Liquidator eingestellt. „Mit der Produktion waren wir am Ende nicht mehr konkurrenzfähig“, erklärt Wagner. Die Firma Holtzmann habe stets großes Know-how gehabt, zuletzt aber nur noch Produkte, für die diese Spezialkenntnisse kaum noch nötig waren. Ursache: der technologische Wandel. Folge: eine problematische Kostenstruktur. Die Weiterentwicklung sei auch daran gescheitert, dass er trotz langjähriger Mühen weder in Speyer noch im Umland eine Ausweichfläche gefunden habe, so Wagner. Der Liquidator werde nun rund ein Jahr tätig sein; die GmbH habe keine Verbindlichkeiten.

Derzeit keine Prognose

Zur Zukunft des Geländes gibt Wagner – einer von zwei Gesellschaftern – derzeit keine Prognose ab. Der Ludwigshafener Projektentwickler Luma Bau hatte schon konkrete Pläne für rund 70 Wohnungen plus Gewerbeeinheiten vorgelegt und von 34 Millionen Euro Investitionsvolumen gesprochen, aber diese nach der Vorstellung 2021 im städtischen Gestaltungsbeirat nicht mehr öffentlich aufgegriffen. Seither wurde die Firmenstruktur des Projektentwicklers verändert. Nun sagt Chef Andreas Müss, der den Prozess vorangetrieben hatte, „bei Holtzmann haben wir uns zurückgezogen“. Es liefen aber noch Gespräche mit einem benachbarten Grundstückseigentümer, denn laut Stadt könnten zwischen Wormser Landstraße, Im Neudeck und Schwarzem Weg insgesamt 13 Hektar neu entwickelt werden.

Wagner hat nach eigener Auskunft inzwischen weitere Speyer-erfahrene Projektentwickler kontaktiert, aber nur Absagen halten. Sie befürchteten zu viele Einschränkungen in Speyer, betont er. Als Beispiel wird die Einschaltung des städtischen Gestaltungsbeirats genannt, der 2021 zu den Luma-Plänen ein sehr kritisches Feedback abgegeben hatte. Die unabhängigen Architekten im Gestaltungsbeirat hatten unter anderem dafür geworben, den unmittelbar angrenzenden historischen Wartturm stärker in die Planung einzubeziehen.

Überregionale Interessenten?

Es sei trotz vieler Gespräche zu keiner „endgültigen Gemeinsamkeit“ zwischen den Beteiligten gekommen, so Wagners Zwischenbilanz. Er wolle das Grundstück nun vielleicht überregional anbieten. Die Stadt äußert sich zu den Möglichkeiten auf Anfrage eher allgemein: Sie begrüße grundsätzlich eine städtebauliche Entwicklung des Areals. Da sich dieses jedoch im Geltungsbereich eines Gewerbegebiets befinde, müssten die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen „sorgfältig geprüft“ werden. Mit potenziellen Projektträgern wäre im Vorfeld eine „vertiefte Abstimmung“ nötig.

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