Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Hier liegen die Wurzeln von Ministerin Anne Spiegel

Anne Spiegel in Speyer: 2014 bei der katholischen Jugend ...
Anne Spiegel in Speyer: 2014 bei der katholischen Jugend ...

Anne Spiegel wird mal wieder für ein Novum sorgen: Die 40-Jährige ist von den Grünen für das Amt der Familienministerin nominiert worden und wird die erste Speyererin in einer Bundesregierung. Weggefährten in ihrer politischen Heimat wundern sich darüber nicht.

Es wird gesagt, Anne Spiegel habe mit mehr als einem Auge nach Berlin geschielt – auch wenn sie am Freitag vor der Presse mit Blick auf die ehrenvolle neue Aufgabe zugab: „Mir zittern tatsächlich die Knie ein bisschen.“ Beim RHEINPFALZ-Interview im Februar 2021, mit dem sie sich als Kandidatin für den Landtag vorstellte, klang es aber noch nicht nach „Masterplan Bundesministerin“, als sie ihr Leben in vier Dekaden einteilte: im Kinderwagen auf Anti-AKW-Demos, als Schülersprecherin engagiert, aufstrebend in der grünen Jugend, zuletzt als Berufspolitikerin. Im Dezember, am selben Tag wie die künftige Ministerkollegin Annalena Baerbock, ist sie 40 geworden – und regiert im neuen Lebensjahrzehnt Deutschland mit.

„Für mich war klar, dass sie eine gute Entwicklung nimmt“, sagt Irmgard Münch-Weinmann. Die heutige Stadtbeigeordnete in Speyer war 2014 Vorsitzende der grünen Stadtratsfraktion, der Anne Spiegel zwei Jahre lang angehörte, bis sie Ministerin in Mainz wurde. Landtagsabgeordnete war sie bereits seit 2011 – und damit natürlich ein Politikprofi. Es sei „interessante Erfahrung“ gewesen, mit ihr in der damals sechsköpfigen Fraktion zusammenzuarbeiten, so Münch-Weinmann. Spiegel sei „eine energiegeladene grüne Frau“, über die sie nur Gutes sagen könne. Sie wohnt mit Mann und vier Kindern in der Domstadt und hält trotz der vielen auswärtigen Termine Kontakt zur Stadt und zur Partei, wie Münch-Weinmann versichert.

Aus Römerberg nach Speyer

Spiegel ist in Leimen geboren, in Ludwigshafen als Schülersprecherin durchgestartet, war im Bundesvorstand der grünen Jugend und hat in Ludwigshafen 2006 schon einmal für den Landtag kandidiert. Mit dem Einzug geklappt hat es 2011, als sie in Römerberg lebte und beim Kreisverband Rhein-Pfalz-Kreis ihrer Partei aktiv war. Heinz-Peter Schneider aus Römerberg hat sie als damaliger Fraktionschef im Kreistag kennengelernt. „Das politische Talent hat man gesehen“, betont er im RHEINPFALZ-Gespräch. Er nimmt jedoch nicht für sich in Anspruch, die „steile Karriere“ der Ministerin persönlich angeschoben zu haben. Da seien in Ludwigshafen der Landtagsabgeordnete Bernhard Braun und in Römerberg das Grünen-Urgestein Kurt Kögel die viel wichtigeren Förderer und Weggefährten gewesen.

Mit ihrem Umzug nach Speyer wechselte Anne Spiegel den Kreisverband. Zu Terminen kam sie gerne mit Baby. Auch als Ministerin führten sie viele Termine in ihre neue Heimat: Sie sagte der Stadt Hilfe beim Bau eines neuen Frauenhauses zu, beteiligte sich an der Reinigung des Rheinufers, stellte Landeskampagnen im Speyerer „Unverpackt“-Laden vor und erklärte den Betrieb der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in der Kurpfalzkaserne. Für letztgenannte Ansiedlung stand sie vor Ort phasenweise kräftig im Gegenwind der Kritik.

... 2011: beim Einkauf in Wahlkampfzeiten im Hofladen Mechtersheim ...
... 2011: beim Einkauf in Wahlkampfzeiten im Hofladen Mechtersheim ...
... 2018: mit ihrem Beitrag zum Buffet bei einer Jubiläumsfeier der Speyerer Grünen.
... 2018: mit ihrem Beitrag zum Buffet bei einer Jubiläumsfeier der Speyerer Grünen.
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