Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Herzog und Jäger die Aushängeschilder der RV Dudenhofen

Es grünt so grün: Lara-Sophie Jäger und Tim Herzog vom RV Dudenhofen.
Es grünt so grün: Lara-Sophie Jäger und Tim Herzog vom RV Dudenhofen.

Es ist guter Brauch, den Sponsoren einen Hausbesuch abzustatten.

Zumindest spielen Hermann Mühlfriedel und Frank Ziegler, die Macher des 2018 gegründeten Bahnradteams Rheinland-Pfalz, diese Trumpfkarte im Geben-und-Nehmen-Spiel aus. Denn: Im Sport ist ohne Moos nun mal nichts los. Zwar sind in Kaiserslautern und an der Radrennbahn in Dudenhofen ein Bundesstützpunkt und ein Landesleistungszentrum angesiedelt, das Heinrich-Heine-Gymnasium als Eliteschule des Sports mit angeschlossenem Internat und Kraftraum bieten sehr gute logistische Voraussetzungen, aber allein mit öffentlichen Geldern bringt kein Trainer zwei, drei Athleten zu Weltmeisterschaften oder zu Olympischen Spielen. Frank Ziegler ist das mit Luca Spiegel, Henric Hackmann und Alessa-Catriona Pröpster gelungen.

Jäger begeistert

Diese drei, aber auch Tim Herzog (17) und Lara-Sophie Jäger (21) vom RV Dudenhofen haben das Privileg, im Bahnradteam Rheinland-Pfalz eine besonders gute Förderung zu genießen, zu der auch Matthias Korz, mit Ehefrau Michaela Geschäftsführer des 1978 familiengeführten Baggerunternehmens beiträgt, der bei der Teampräsentation den Sportlerinnen und Sportlern gute Tipps aus eigener Erfahrung auf den Weg zum Erfolgs mitgeben: „Immer gerade ausgehen, immer alles geben“, beschrieb Korz, wie er es von einem Bagger zu 50 Baggern und einem Radlader zu 40 Lkw brachte.

Während Tim Herzog, der aus Rottweil stammt und im August 18 Jahre alt wird, schon längere Zeit in der Pfalz heimisch wurde, in Kaiserslautern zur Schule geht und in Dudenhofen trainiert, ist Lara-Sophie Jäger (21) erst im September zum RV Dudenhofen gestoßen und startete sogleich bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Ballerup mit einem vierten Platz im Teamsprint für Deutschland. Sie fühlte sich in Erfurt nicht mehr wohl. „Mir gefiel das Training dort nicht mehr und ich wollte mich umorientieren. Und Alessa als Trainingspartnerin, etwas Besseres hätte ich mir kaum aussuchen können“, gestand sie. Mit Pröpster und Clara Schneider war sie in Dänemark WM-Vierter geworden, davor aber auch schon 2022 Junioren-Weltmeisterin im Teamsprint.

Herzog träumt

„Im März bin ich nach Kaiserslautern umgezogen, meine Wohnung ist ganz schön wohnlich geworden“, freut sich Jäger. Mit Pröpster und Anastasia Kuniß aus Chemnitz strebt sie auf ihrer neuen Haus- und Trainingsbahn eine Medaille im Teamsprint an. Seit Donnerstag befindet sie sich in einem Lehrgang in Frankfurt/Oder. „Ich will bei der DM sehr viel lernen und mich auf die EM in Anadia gut vorbereiten, wo ich nach dem derzeitigen Stand den Teamsprint fahre. Alles andere ist noch offen“, blickt Jäger voraus.

Eine EM-Teilnahme in Anadia hat Tim Herzog nur ganz knapp verpasst – und seinen kapitalen Sturz auf der Zielgeraden vor vier Wochen in Augsburg ohne große Schrammen überstanden. „Ich verletzte mich an der Schulter, fühlte mich aber trainingstechnisch nicht eingeschränkt. Ich brauchte keine Pause“, erzählt Herzog, der sich in seiner kleinen Wohnung mit Küche am HHG-Internat selbst versorgt. „Betreutes Wohnen heißt das offiziell“, erläutert er. Seine Vorfreude auf die nationalen Titelkämpfe vom 2. bis 6. Juli ist riesig. „Heimbahn ist noch mal was anderes, vor allem das Publikum ist klasse. Nirgendwo sonst kommen so viele Zuschauer“, weiß Herzog. Beim RV Dudenhofen fühle er sich top aufgehoben, er sei total motiviert und träumt von Podiumsplätzen im Keirin und Zeitfahren.

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