Vorderpfalz
Herbstlaub: Was beim Entsorgen zu beachten ist
Wenn die Bäume bald richtig ihre Blätter herbstlich hängen und fallen lassen, stellt sich die Frage für viele Speyerer: Wohin mit all dem Laub? Wie viel alljährlich anfällt, ist nicht dokumentiert, aber die Stadt hat zumindest den Wert für ihre Grünflächen: Rund 100 Tonnen liefere sie allein davon beim kommunalen Abfallwirtschaftshof an, wie die Verwaltung auf Anfrage mitteilt. Beim Laub aus der städtischen Straßenreinigung liegt keine entsprechende Tonnage vor: Dieses werde mit dem sonstigen Kehricht entsorgt.
Auf den Fahrbahnen, Rad- und Gehwegen, Parkplätzen oder Grünstreifen vor Privatanwesen müssen laut Stadt grundsätzlich die Besitzer beziehungsweise ihre Mieter tätig werden, falls der Mietvertrag dies regelt. Eine Satzung führt diese Pflicht ebenso wie das Schneeräumen im Winter auf. Hier ist zum Beispiel auch definiert, dass ein Meter der Fahrbahn vom Anlieger gesäubert werden muss, falls es noch einen Gehweg gibt, und sogar 2,50 Meter von der Fahrbahn, wenn ein Gehweg fehlt. Bei Missachtung drohen Strafen bis zu 500 Euro.
Die Stadt und ihr Entsorgungsbetrieb EBS nennen drei Möglichkeiten, um das Laub loszuwerden. Erstens: „Grünschnitt, hierzu zählt Laub, kann in kleinen Mengen über die Biotonne entsorgt werden.“ Zweitens könne es – nach Terminvereinbarung – zum Abfallwirtschaftshof gebracht werden, drittens in Container geschüttet werden, die samstags an wechselnden Stellen im Stadtgebiet stehen. Manchmal wird es in diesen Containern eng, weshalb der EBS rät: „Hochstapeln.“ Ein weiterer EBS-Tipp: „Die Kompostierung des Laubs auf dem eigenen Grundstück ist der effektivste Weg zur Kreislaufwirtschaft.“ Über gebührenpflichtige Säcke wie in Frankenthal ist in Speyer noch nicht beraten worden.
Debatte um Laubsäcke in Frankenthal
Schon seit Jahren ist in Frankenthal durch eine Straßenreinigungssatzung geregelt, dass Bürger das Laub vor ihrem Anwesen – und zwar bis auf einige Ausnahmen auf dem Gehweg inklusive Bushaltestellen sowie bis zur Mitte der Fahrbahn – selbst entsorgen müssen. In der Praxis war es jedoch häufig so, dass die Anwohner die Blätter zu einem großen Haufen zusammenfegten oder in Müllsäcken verpackten, die der Eigen- und Wirtschaftsbetrieb Frankenthal (EWF) dann mitnahm. Zum Unmut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Auf deren Drängen sei diese Laubsammlung vergangenen Herbst eingestellt worden, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Was wiederum jene Frankenthaler auf den Plan rief, vor deren Haus besonders viele große Bäume stehen. Sie sollten nun trockene Blätter bei der Kompostanlage, im Wertstoffhof abliefern oder – in geringen Mengen – in die eigene Biotonne stecken.
Mit der Idee eines gebührenpflichtigen Laubsacks mit einem Fassungsvermögen von 100 bis 300 Litern schien der Verwaltung im Sommer einen Kompromiss gefunden. Für drei bis sechs Euro pro Sack wäre die Abholung zu festen Terminen direkt mitfinanziert gewesen. Doch bei der Kommunalpolitik fiel der Vorschlag Anfang September durch. Vertreter der Parteien sahen Bürger, je nach Wohnort, unterschiedlich stark belastet.
Am Montag steht das Thema erneut auf der Agenda des Betriebsausschusses. Denn: Zum einen sind die Säcke bereits angeschafft – zum anderen gibt es laut Stadt wohl inzwischen Frankenthaler, die nachfragen, ob sie die Tüten nicht doch kaufen könnten. Ausnahmen von der Reinigungspflicht von Fahrbahn und Haltestellen für Anwohner gibt es an knapp 30 Straßen, zu denen unter anderem die großen Verkehrsachsen rund um die Innenstadt sowie die Ausfallrouten zählen. Außerdem ist die Stadt für die Laubentsorgung auf Plätzen und in Grünanlagen zuständig.
Im Betriebsausschuss Anfang September wurden dazu Zahlen genannt: In der Laubsaison 2021/22 seien von September bis Januar etwa 260 Kubikmeter Laub entsorgt worden. Hierfür waren die Fahrzeuge des EWF 197 Stunden im Einsatz, was Kosten von rund 14.000 Euro verursachte. Das Personal brachte es auf 338 Arbeitsstunden, die mit gut 15.000 Euro zu Buche schlugen.
15.000 Arbeitsstunden allein für Grünflächen
Allein im öffentlichen Raum des Stadtgebiets Ludwigshafen fallen pro Saison rund 1000 Tonnen Laub an. Für die Entsorgung aus Grünflächen wie dem Stadtpark und den Rasenflächen sind die Mitarbeiter des Bereichs Grünflächen und Friedhöfe zuständig. Sie entfernen auch das Laub auf Gehwegen. Anders sieht es bei öffentlichen Straßen und Radwegen aus: Dort ist der Entsorgungsbetrieb Abfallwirtschaft verantwortlich. Im öffentlichen Raum wurden aufgrund der Trockenheit bereits im August Blätter gesammelt. Erfahrungsgemäß dauere die Entfernung bis Ende November. Für Grünflächen gibt es gesonderte Laubsammlungen – eine im Herbst, die andere mit dem danach abgefallenen Laub im kommenden Jahr. Alleine dafür rechnet die Stadt mit 15.000 Arbeitsstunden.
Eigentürmer sind laut Stadt dazu verpflichtet, wöchentlich die Gehwege zu reinigen. Anfallendes Laub könne selbst kompostiert, kostenfrei zum Wertstoffhof gebracht oder über die Bio-Tonne entsorgt werden. Außerdem stellt der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) dafür kostenlos Laubsäcke zur Verfügung. Diese sind in der Betriebszentrale des Entsorgungsbetriebes, den Büros der Ortsvorsteher und den Bürgerbüros erhältlich. Die Bürger stellen die befüllten Säcke an den entsprechenden Straßenbäumen ab, die Straßenreinigung sammelt sie ein. Laut Stadt können auch andere Säcke verwendet werden.
Anders ist das bei der Entsorgung des Laubs privater Grundstücke. Dieses darf nur in Jutesäcke verpackt werden und wird an Grünabfall-Sammelterminen mitgenommen. Unabhängig davon können Grünabfälle und Laub aus dem eigenen Garten kostenfrei auf Wertstoffhöfen entsorgt werden. Die Stadt betont, dass das Laub nicht in die Straßenrinne gekehrt werden darf.