Rödersheim-Gronau / Speyer Hausarzt kritisiert Drive-In-Impfaktion mit 1500 Dosen
„Da hat jemand überhaupt nicht darüber nachgedacht, wie viel Arbeit der Hausärzte damit zunichte gemacht wird“, sagte Zilkens gegenüber der Ludwigshafener RHEINPFALZ-Lokalredaktion. Ermutigt durch entsprechende Aussagen der Behörden habe er zehn Fläschchen zu je zehn Impfdosen des Astrazeneca-Vakzins bestellt und mit 70 Patienten Impftermine vereinbart.
Dass die tatsächliche Lieferung an ihn aber nur zwei Fläschchen enthielt, liegt laut Zilkens daran, dass bei der großen Speyerer Aktion der Initiatoren Gerald Haupt und Peter Bödeker am vergangenen Sonntag rund 1500 Dosen Astrazeneca verimpft wurden. „Es ist ein Riesenzeitaufwand, mit über 100 Personen lange Diskussionen über mögliche Impfkomplikationen zu führen, dann aber nur 20 davon impfen zu können“, unterstreicht der 55-Jährige.
Auf dem „grauen Markt“
Der Impfstoff von Biontech habe ihm diese Woche, außer für Folgeimpfungen, gar nicht zur Verfügung gestanden. Besorgt hat Zilkens ihn sich trotzdem: auf dem „grauen Markt“, wie er es nennt. Manche Apotheken hätten sich darauf spezialisiert, liegengebliebene Impfstoffe – also Dosen, die Hausärzte bestellen, dann aber nicht abholen – an andere Mediziner weiterzuverteilen. Natürlich fühle er sich dem Gemeinwohl verpflichtet, sagt Zilkens. Er denke jedoch darüber nach, die Corona-Schutzimpfungen einzustellen.
