Speyer Hasen, Bären und fantastische Geschichten

Szene von den Kreativtagen in der Festhalle in Dudenhofen: Brigitte Ostermann (links) im Gespräch mit der ältesten Ausstellerin
Szene von den Kreativtagen in der Festhalle in Dudenhofen: Brigitte Ostermann (links) im Gespräch mit der ältesten Ausstellerin Katharina Huwe.

Mit der Resonanz an allen drei Tagen seien die Teilnehmer durchgehend zufrieden, sagte Alexandra Schwartz auf Anfrage. Zur Eröffnung am Freitagabend hätten zwar wetterbedingt nicht so viele Besucher den Weg zur Festhalle gefunden wie im Jahr davor, „aber es sind doch mehr gekommen, als wir dachten“, so Schwartz. Am Samstag und Sonntag hätten sich die kreativ Interessierten gut verteilt, viele Gespräche mit den Ausstellern geführt und Schaffensprozessen zugeschaut. Mit 82 Jahren war Katharina Huwe aus Mechtersheim die älteste Akteurin der Kreativtage. Ihr Angebot an selbst genähten Bären, Taschen und Rucksäcken begeisterte vor allem kleine Besucher sowie deren Eltern und Großeltern. Die jüngsten Künstler kamen aus Dudenhofen und waren zwischen zwei und sechs Jahre alt. In der Kunst- und Kreativwerkstatt der Kindertagesstätte Sandhase hatten sie unter dem Motto „Ein Tag auf dem Acker“ Kohlezeichnungen hergestellt, sich auf der Grundlage von Geschichten mit Eiswürfelfarben auseinandergesetzt und großformatige Gemeinschaftsarbeiten kreiert. „Das ist unser Alltag“, sagte die stellvertretende Kita-Leiterin Brigitte Eberle-Stadtler und wies auf den pädagogischen Schwerpunkt der Einrichtung hin. „Alles friedlich, keine Soldaten“, betonte der Dudenhofener Heinrich Maier, der sich mit Ehefrau Gertrud seit Jahren mit dem Element Zinn beschäftigt. Passend zur Jahreszeit gab es bei ihm Frühlings- und Osterhasenlandschaften zu sehen. Der japanischen Schmiedekunst mit Silber, Gelb- oder Rotgold hat sich Bernhard Ziegle aus Berghausen seit der Jahrtausendwende mit viel Fingerspitzengefühl verschrieben. Die Dudenhofenerin Kathrin Müller hatte für die Kreativtage bebrillte Katzen und Kühe auf Taschen genäht und Geschirrhandtücher mit Besonderheiten ausgestattet. Die Lesung der „Speyerer Phantastik Autoren“ um Jutta Ehmke aus Harthausen stieß am Samstagnachmittag auf großes Interesse der Besucher. Auch die fantastischen Inhalte der Streichholzschachtelbüchlein und der gebundenen Geschichten fanden großen Anklang. Zahlreiche gezeichnete Vogel-Variationen und ihre natürlichen Feinde zeigte Melanie König auf mehreren Stellwänden. Gegenüber bei Robert Schneider trafen Hühner aus Stoff und Satin auf Vögel und Schmetterlinge auf Stecken. Rita Doll präsentierte ihre Auseinandersetzung mit Zeit, Landschaft und den schönen Dingen des Lebens. Selbst „Speyer im Regen“ gewann die Künstlerin eine heitere Note ab. Aus 350 Jahre altem Eichenholz hatte Burghard Elster Hasen gefertigt, die in der Osterzeit so manchen Garten in Dudenhofen schmücken werden. Ihre in Gärten, vor Häuserzeilen oder ins Aquarium gerichteten Blicke hat Sonja Kirsten in intensiven Aquarellen festgehalten und den Betrachtern präsentiert. Monika Steiger hat sich mit Acryl auf Leinwand in Raum und Zeit bewegt. Aus Glas, Keramik, Papier oder Edelsteinen bestanden die einzigartigen Schmuckstücke mit und ohne Namen von Simone Wenzl. Alexandra Schwartz hatte für die Kreativtage abstrakt mit Farben experimentiert. Bei Kaffee und Kuchen, angeboten und serviert vom örtlichen Karnevalverein, zogen die Besucher am Samstagnachmittag eine überwiegend positive Bilanz der 16. Dudenhofener Kreativtage. Manche bedauerten, dass in diesem Jahr das Mitmachangebot fehlte. „Die Bühne der Festhalle ist derzeit von den Kulissen der Theatergruppe besetzt“, erklärte dazu Organisatorin Schwartz. Für die 17. Dudenhofener Kreativtage will sie ein Mitmachprogramm für Kinder anbieten. „Dazu brauchen wir Menschen, die die kleinen Kreativen anleiten“, betonte sie im RHEINPFALZ-Gespräch. Schwartz ist überzeugt, genügend Helfer für entsprechende künstlerische Aktionen für junge und auch ältere kreative Köpfe in Dudenhofen und Umgebung zu finden.

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