Dudenhofen
Handball: Training auf dem Hundeplatz
Die Problematik ist klar: Von vier zur Verfügung stehenden Sporthallen in Dudenhofen und Schifferstadt ist zurzeit gerade mal eine – die Wilfried-Dietrich-Halle – nutzbar. 24 Mannschaften, davon 20 Jugendteams, wollen erst einmal versorgt werden. Wie gut, dass es Geistesblitze gibt, wie bei Trainerin Anna Isselhard.
Sie suchte den Kontakt zum Verein für Deutsche Schäferhunde der Ortsgruppe Speyer/Dudenhofen: „Ich bin am Gelände vorbeigefahren und hab’ gedacht, das wär’s“, erzählt sie der RHEINPFALZ von ihrer spontanen Eingebung.
Offenes Ohr
Der Vorsitzende Willy Münch hatte ein offenes Ohr. „Wir haben das vereinsintern und mit der Gemeinde abgeklärt und nach positiven Rückmeldungen natürlich zugestimmt“, sagt er. Zusammenarbeiten müssten Vereine in Krisenzeiten wie der jetzigen, meint Münch.
Zweimal trainierte die E-Jugend nun schon auf dem Rasengelände. Bevor es richtig losging, entstand ein dann abgesegnetes Hygienekonzept. Unter anderem regelt das die Gruppengröße, die feste Zusammengehörigkeit der Spieler und die Zuordnung der Trainer.
„Das ist jede Menge Papierkram“, teilt Coach Isselhard mit. Darin enthalten ist auch die Vorschrift, Körperkontakt zu unterlassen: „Das ist natürlich beim Handball schwierig“, merkt die Trainerin lächelnd an. Die Übungszeit sei an die Vorgaben angepasst.
Kröte geschluckt
„Wir trainieren jetzt das, was in der Halle meist zu kurz kommt“, erklärt Isselhard. Grundlagen auffrischen und festigen, Ausdauer, Koordination, Technik – so gehen eineinhalb Stunden wie im Flug vorbei.
Einziges Manko: Das Tor fehlt. Aber diese Kröte schlucken die Kleinen gern. Auf das mittlerweile genehmigte Aufstocken auf zehn Kinder pro Gruppe verzichtete die HSG. „So können wir individueller auf die einzelnen eingehen“, macht Isselhard deutlich.
Pressewartin Jana Bäuerle hebt die Notwendigkeit hervor, möglichst schnell wieder zu üben: „Die Kinder brauchen einen Ausgleich und müssen sich bewegen. Wenn wir ihnen das nicht bieten, suchen sie sich etwas anderes“, weiß sie über die Gefahr der Abwanderung.
Neue Kinder
Für Isselhard daher verwunderlich: „Während Corona haben wir drei Kinder dazubekommen.“ Fit hielten sich alle mit von den Verantwortlichen ausgearbeiteten Aufgaben. Das Luxusproblem, wie Isselhard die Vielzahl der Trainer bezeichnet, kommt der HSG jetzt zugute.
Das gleiche gilt für die Motivation, die die Jugend nach der Auszeit an den Tag legt. „Wir haben eine Trainingsbeteiligung, die ist phänomenal“, stellt Isselhard fest. Ob die neue Runde noch in diesem Jahr beginnt, steht noch in den Sternen. „Es wird auf jeden Fall kreativ“, meint Bäuerle.