WALDSEE RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: TG-Frauen freiwillig in Pfalzliga

Oberliga-Ära vorerst zu Ende: TG Waldsee 2019 in Friesenheim (rot).
Oberliga-Ära vorerst zu Ende: TG Waldsee 2019 in Friesenheim (rot).

Da ist dem pfälzischen Handballverband aber mal ein Spagat gelungen, der nicht in jeder Sportart denkbar ist. Man nehme einen Oberligisten und versetzte ihn kurz vor Saisonbeginn, auf deren Wunsch, eine Liga nach unten. Das heißt oftmals, ein Jahr Spielpause und Abstieg, weil der Wunsch schon nach Verbandsstatuten oftmals nicht erfüllbar ist.

Danach eine Mannschaft wieder aufzubauen, ist ein schier endloser Weg, der nicht immer gelingen will. Der Fall des Frauen-Teams aus Waldsee gestaltet sich ein wenig anders, weil vielseitig mit feiner Klinge, fast schon skalpellartig gearbeitet wurde. Die TG, bislang in der Frauen-Oberliga aktiv, zog ihre Auswahl kurzfristig zurück.

„Wir hatten wegen Spielermangel keine andere Wahl“, sagt Trainer Yannick Adrian. Er habe bis zuletzt gehofft, die Mannschaft noch zu retten. „Am Ende waren es nur noch sieben Spielerinnen. Aus der Verbandsliga waren auch nicht genügend Spielerinnen bereit, in der Oberliga zu spielen“, sagt der 28-Jährige, der zurzeit den C-Trainerschein hat.

Er habe sich selbst auch die Gretchenfrage gestellt, ob es mit einer etwas zu schwachen Mannschaft Sinn ergibt, in der Oberliga anzutreten. „Wir hätten sicherlich von 30 Spielen 29 verloren“, sagt Adrian, der neben seiner Tätigkeit als freier Autor auch für das Handballleistungszentrum Friesenheim-Hochdorf arbeitet.

Viele Gründe

Ursprünglich standen ihm vor der Saison ein Dutzend Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen zur Verfügung. Drei sagen aus privaten Gründen, dass sie nicht mehr auflaufen. Bei anderen ging es wegen ihres Berufs nicht mehr, oder sie strebten einen Vereinswechsel an.

Die Oberligarunde, die am 24. September startet, findet nun ohne die TG Waldsee statt. Auch in der Pfalzliga startet die TGW nicht unter dem alt bekannten Namen. Als FSG Neuhofen-Waldsee firmiert das Team künftig. Immerhin befinden sie sich in der Pfalzliga unter ihresgleichen.

Von den zwölf Mannschaften starten nur zwei, nämlich VTV Mundenheim II und der TuS Heiligenstein, nicht als Spielgemeinschaft in die Saison 2021/2022. „Die Pfalzliga geht erst im Oktober los. Wir starten mit Spielern aus der zweiten Mannschaft, aber auch mit den übrig gebliebenen Leuten aus dem Oberliga-Team“, sagt Adrian.

Das Korsett

Das der Verband nicht unnötig Arbeit leistete, darum ist Adrian aber auch froh. „Es gab noch keinen endgültigen Spielplan, auch nicht in der Pfalzliga“, meint der künftige FSG-Trainer, der sich noch bemüht, die neue Mannschaft endgültig zusammenzustellen.

Mit sechs bisherigen Oberliga-Akteurinnen als Korsett des Teams tritt Waldsee nun an. „Wir wollen auch nicht die zweite Mannschaft um all ihre starken Spielerinnen berauben. Wir schauen, dass wir noch drei oder vier neue Leute dazu bekommen. Zwei A-Jugendspielerinnen werden wir auch noch dazu holen“, erklärt Adrian.

Weniger Heimspiele

Ihm ist es ein großes Anliegen, über die Mannschaft hinaus und für den Verein sowie die neue Frauenspielgemeinschaft zu denken, um auch künftig noch Handball in Waldsee zu bieten. Jedes zweiten Heimspiel steigt im Wechsel in der Rheinauenhalle.

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