Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Teams aus der Region bereit für Saisonstart in Pfalz- und Verbandsliga

Prominenter Zugang am Dom: Arik Weber, hier noch für die Südpfalz-Tiger am Ball.
Prominenter Zugang am Dom: Arik Weber, hier noch für die Südpfalz-Tiger am Ball.

Handball: Kommende Woche soll auch in den Sporthallen der Ball wieder in Tore fliegen. Wie ist die Audgangslage dafür bei den drei Pfalzligisten und dem Verbandsliga-Neulig aus der Region?

Die Handballer sollen nach aktueller Planung am 3. Oktober in die Hallenrunde starten. In der Pfalzliga der Herren sind die TG Waldsee, die HSG Dudenhofen/Schifferstadt und Rückkehrer TuS Heiligenstein am Ball. Alle freuen sich insbesondere auf die Derbys. Verbandsliga-Aufsteiger TSV Speyer könnte angesichts der starken Neuzugänge im Jahr 2021 ebenfalls zum Kreis der Pfalzligisten zählen. Ein Überblick:

Kaum Veränderungen

Bei der TG Waldsee ist personell fast alles beim Alten geblieben. Benny Regenauer und Torwart Daniel Hübel sind beide nach einer Pause wieder an Bord. Denis Krieg (TSV Speyer) ist der einzige Abgang. TG-Trainer Benny Wingerter hat mit den Seinen ab Juni im Freien an Kraft und Ausdauer gefeilt – zu seinem eigenen Leidwesen: „Das war eintönig und trocken, denn ich baue diese Inhalte viel lieber in das handballspezifische Training ein.“ Auf die Motivation seiner Akteure habe sich dies nicht negativ ausgewirkt. Seit Anfang August wird das Spielsystem der jungen Mannschaft in der Halle verfeinert.

Nachwuchsleute wie Niklas Eckrich, Marlon Rihm, Elias Nowack und Finn Wächter, die vor einem Jahr zum 16er-Kader gestoßen sind, sind inzwischen feste Größen. Wingerter will so früh wie möglich nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Das lange Bangen in der vergangenen Saison reicht ihm. „Wir halten uns an die Hygienevorgaben, damit wir nach und nach wieder zu einem normalen Verlauf finden und wieder Handball spielen können“, sagte Wingerter.

Ein Spielsystem für alle

Die HSG Dudenhofen/Schifferstadt war als Neuling nach schlechtem Start und dem Trainerwechsel von Gerd Zimmermann zu David Oetzel vor dem Lockdown auf dem besten Weg, den Klassenerhalt sportlich zu schaffen. Oetzel stattete sein Team ab Ende April mit individuellen Plänen für Lauf- und Athletiktraining aus, bevor wieder in der Halle gearbeitet werden konnte. „Alle sind fit. Wir sind aktuell sehr zufrieden“, sagte er. In der Spielgemeinschaft wurde das Spielsystem von der C-Jugend aufwärts vereinheitlicht, so dass sich der Nachwuchs bei den Aktiven leichter integrieren kann. Die Torhüter Gabriel Sager und Moritz Ballreich sowie Dominic Gerbes, Simon Richter und Marco Schneider rückten von den A-Junioren auf. Der körperlich starke neue Kreisläufer Niklas Böckly (TV Hochdorf II) hinterlässt bisher einen guten Eindruck. Die anderen Akteure auf dieser Position, Moritz Leonhardt (Kreuzbandriss) und Lorenz Worf (Fingerverletzung), fallen noch aus. Zum Gerüst zählen auch Torsteher Felix Trapp, der neue Kapitän Matthias Handrich, Dominik Selinger, Paul Schutzius und Gerbes. Nach den Abgängen von Nico Claus (jobbedingt), Christoph Schubart (schwere Knieverletzung) und Manuel Grill (Zweite Mannschaft) haben Oetzel, Co-Trainer Michael Stauch und Marcus Kiese, der für die Torleute verantwortlich ist, 14 Feldspieler und drei Tormänner zur Verfügung. Das Wunschziel ist ein Platz zwischen vier und sechs.

Mesic’ komisches Gefühl

In der Liga bleiben möchte Arnel Mesic vom TuS Heiligenstein: „Die Mannschaft hat das Zeug dazu, aber es hängt auch von der Anzahl der Absteiger ab.“ Er rechnet mit eventuell vier Teams, die die auf 14 Vereine aufgestockte Pfalzliga nach unten verlassen müssen. Optimistisch ist er, weil sein Team mit den Säulen Sepp Stumpf, Yannick Gerbes, Nico Fohs und Sven Hoffmann eingespielt sei und man mit Maximilian Bouché und Paul Stumpf auf sehr gute Torhüter bauen könne.

Patrick Troubal (HSG Lingenfeld/Schwegenheim) wurde für den linken Rückraum geholt. Peter Erhard rückt aus der Zweiten Mannschaft auf. Nicht mehr dabei sind Johannes Lutz (Offenbach), Philipp Just (Iggelheim), Moritz Erhard (Auslandsstudium), Johannes Weinschütz (Kiel), Johannes Maier (Schichtarbeit) und Daniel Reis. Sellyn Fleck ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht fit, Luca Hoffelder laboriert an Zehenproblemen, und auch Holger Schulze fällt verletzt aus. Mesic hat aufgrund der Ungewissheit und einiger ungeklärter Fragen ein „komisches Gefühl“.

Ein zu großer Kader?

Beim TSV Speyer schätzte Übungsleiter Thomas Wittemund sein Team bereits in der Besetzung des Vorjahres als konkurrenzfähig in der Verbandsliga ein. Torsteher Tim Doppler, Jakub Balaz sowie die Brüder Denis und Fabian Markert waren und sind die Korsettstangen, zu denen jetzt gute Leute mit zum Teil höherklassiger Erfahrung stoßen: Torwart Ronnie Handwerker, Janek Messerschmitt (beide HSG Dudenhofen/Schifferstadt II), Maros Klima, Denis Krieg (beide TG Waldsee), Fabian Russ (HSG Worms), Arik Weber (TSV Iggelheim) und Jan Krick (TSG Haßloch II). Die Torhüter Stefan Karkowskis und Marcel Daniels sowie Stefan Kuliberda, Benjamin Magin und René Rätsel sind nicht mehr im Team, bleiben dem TSV aber alle erhalten. Wittemund spricht trotz der Corona-bedingten Einschränkung von einer guten Vorbereitung und sieht die Domstädter körperlich und spielerisch in einer sehr guten Verfassung. „Es macht Spaß, alle ziehen super mit“, signalisiert er Startbereitschaft. Den mit 21 Spielern, davon zwei Torhütern, sehr großen Kader sieht er nicht als Problem: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Wichtig ist für ihn auch, bald wieder mit Zuschauern spielen zu können.

Das von Benjamin Eisensteck und Kay Kraus mit der Stadt abgestimmte Hygienekonzept würde bis zu 300 Fans in der Osthalle gestatten. Das erste Match am 4. Oktober gegen die HSG Eckbachtal II wird als Benefizspiel zugunsten des Kinder-Notarztwagens ausgetragen. Gefragt nach dem Saisonziel will Wittemund das Wort „Aufstieg“ nicht in den Mund nehmen. Ihm ist aber klar, dass „oben mitspielen“ für den TSV in Fachkreisen als zu wenig eingeschätzt wird.

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