Spiel des Tages
Handball-Oberliga: Enges Derby zwischen TG Waldsee und TSV Speyer
Was für ein Spektakel. So stellt man sich ein begeisterndes Nachbarschaftsderby vor: Umkämpft, spannend bis zum Schluss. All dies boten die TG Waldsee und der TSV Speyer in der brodelnden Rheinauenhalle den zahlreichen Fans. Am Ende trennte man sich in der Handball-Oberliga der Männer 27:27 (14:13).
Die letzten vier Minuten sind ein Krimi: Nach dem 25:25 hält Waldsees Torsteher Kai Knittel einen Strafwurf von Jan Knick. Pascal Theuer stellt mit zwei Toren auf 25:27 – Speyers klar im Vorteil. Zu spielen sind noch 55 Sekunden. 18 Sekunden später wirft Elias Nowack das 26:27. Die TG geht zur offenen Manndeckung über. Der TSV wirft den Ball ins Seitenaus, 15 Sekunden vor Ende kontert Moritz Bredehöft zum Endstand. Der letzte TSV-Versuch verpufft.
„Geiles Derby“
„Es war ein geiles Derby. Wir sind sehr zufrieden. Wir waren 56 Minuten nahe dran an der ganz großen Überraschung, aber nach dem Finale müssen wir froh über den Punkt sein“, zog TG-Coach Marco Tremmel ein positives Fazit. „Nach dem Spielverlauf ist die Punkteteilung alles in allem in Ordnung. Nach 54 Minuten wären wir mit einem Punkt zufrieden gewesen. Andererseits hätten wir am Ende die Zwei-Tore-Führung bei etwas cleverer und konzentrierterer Spielweise über die Zeit bringen können“, sagte Speyers Sportlicher Leiter Sören Pohlmann. Trotz Engagement und Emotionen blieb das Geschehen mit nur 2/3 Hinausstellungen, die Tromsdorf/Koob verhängten, fair.
Waldsee zeigte sich in der Verteidigung gut vorbereitet. Die Zweikämpfe wurden angenommen. Daniel Schlosser bot im TG-Tor nach zwei Jahren ein überzeugendes Comeback. Gegen Speyers enorm wurfstarken rechten Rückraumakteur Fabian Ruß agierte man flexibel in einer 6-0- oder einer offensiveren 5-1-Formation oder mit ganz enger Beschattung. So wurden die Gäste, bei denen Regisseur Denis Markert fehlte, vor immer neue Aufgaben gestellt.
Viel Einsatz
Niklas Eckrich markierte das 9:6 (17.), Nowack das 11:8 (19.). Den Gästen unterliefen viele leichte Fehler. Erst nach der Pausen brachte der agile Linksaußen Tim Wild den Spitzenreiter mit 19:18 erstmals in Führung.
Die Tremmel-Schützlinge hielten mit viel Einsatz dagegen, drehten das Geschehen wieder und waren von allen Positionen torgefährlich. Neben Nowack konnte Erik Eckrich starke Offensiv-Impulse setzen. Entscheidend lösen konnten sich die Hausherren aber nicht. Auch, weil Speyers starker Schlussmann Tim Doppler oft im Weg stand.
So spielten sie
TG Waldsee: Claus, Knittel – Niklas Eckrich (2), Jens Eckrich (1), Nowack (8) – Karl (4), Bredehöft (3/2) – Spuhler (3) – Ullmeyer (1), Erik Eckrich (4), Schäfer, Dattge, Blohm, Spieß (1).
TSV Speyer: Tim Doppler, Handwerker – Thiemann (1), Julian Doppler, Russ (5) – Wild (8), Jann (3) – Fischer (2) – Theuer (2), Krieg (3), Krick (3/3), Rech, Schleich, Heid.
Rheinpfalz-Tipp
31:33
Die Partie nahm zwar den erwarteten Verlauf, aber mit einem knappen Erfolg für Speyer lagen wir nicht richtig. Und es fielen weniger Tore.