Schifferstadt
Handball: Familienrallye bei HSG Dudenhofen
Tag eins nach dem Fest: Da wird es Zeit, um frische Luft zu tanken. Weil reines spazieren gehen auf Dauer zu langweilig ist, ergriffen die Aktiven der HSG die Initiative. Aus einer Aktion, die zunächst nur der E-Jugend des eigenen Vereins diente, entstand ein Projekt für alle mit Spaß am Laufen Rätseln und Spielen.
„Die Idee ist so gut eingeschlagen, dass wir sie erst auf die anderen Mannschaften und dann auch auf externe Interessenten ausgeweitet haben“, berichtet Anna Isselhard. Sie ist die treibende Kraft hinter der Familienrallye, einer Schnitzeljagd der Moderne, ausgerichtet mit Hilfe einer durch die HSG mit Aufgaben gespeisten App.
Schön schwierig
Die Anforderungen haben es ganz schön in sich, merken die Backofs schnell. Ausgangspunkt ist das Turnerheim am Waldfestplatz in Schifferstadt. Hier beginnt der Rundkurs von Isselhard, Laurenz Rieder und Dennis Hartinger, durch den die App namens Actionbound die Teilnehmenden leitet.
Begeistert zeigt sich Isselhard vom Zuspruch: „Wir haben ein App-Paket für 500 Personen gebucht, und das kriegen wir wohl auch voll“, erklärt sie. Die Anzahl von 500 sollte im Corona-Jahr abschrecken, tut sie aber nicht. Perfekt organisiert ist die Rallye.
Die Familien starten im 20-Minuten-Abstand. Wartezeiten am Start gibt es nicht. „Das ist eine schöne Aktion und eine gute Gelegenheit, das Kind zu lüften“, sagt Kerstin Backof, wohl wissend, dass Waldspaziergänge gerade in diesem Jahr irgendwann ausgelutscht sind.
Aufploppende Aufgaben
Ganz anders sieht’s jetzt angesichts der Herausforderung zur Punktejagd aus. Für jede gelöste Aufgabe gibt’s Zähler. Das Prinzip ist einfach: Die App gibt den Weg vor. Die Familie sucht QR-Code, scannt sie und löst die aufploppende Aufgabe. So viel zur Theorie, die Praxis lehrt Demut.
Der erste Code linkerhand am Vereinsheim ist zwar recht schnell gefunden, die Frage, die dahintersteckt, aber weniger leicht zu lösen. „Wann wurde die deutsche Handball-Nationalmannschaft zum letzten Mal Europameister?“, liest Papa Jürgen vor.
„Ich bin raus“, sagt Nele. „Das fängt schon gut an“, sagt Mama Kerstin. Die Kandidaten haben null Punkte. 2016 wär’s gewesen. Die Herausforderungen nehmen nicht ab. Wie viele Mannschaften die HSG aktuell insgesamt hat? „Vielleicht hätten wir vorher die Homepage mal studieren sollen“, meint Kerstin Backof.
Knapp daneben
Ihr Mann versucht’s blind und tippt die 24 ein. Knapp daneben: 23. Die neunjährige Nele hat ein Erfolgserlebnis am Vogelpark. „Da ist der Code, am Elefant“, ruft sie. Was bitte hat aber das Bilderrätsel zu bedeuten? Ihre Mutter ist überfragt. Der Papa sieht klarer: „Tasse, Uhr, Nase, Nase, Ente, Luftballon, Tunnel heißt das.“ Richtig!
Durch das Dohlchen geht’s in den Wald. Dort werfen die Backofs Tennisbälle, stöbern Buchstaben auf, sortieren Handballer, die auf Bildern von Ästen herabhängen, nach Größe und fahnden nach dem jüngsten Erfolg der Panther-Jugend. Fünf Kilometer Spiel und Spaß erleben sie.
„Die punktestärksten Teams bekommen Preise“, erklärt Isselhard. Während die eigenen Mitglieder ein Potpourri von Kletterwaldkarten bis Trikots erwartet, gibt’s für Externe anderes. „Handbälle zum Beispiel oder Videos mit Übungsgrundlagen“, sagt Isselhard.
760 Euro
Kluge Köpfchen, die HSGler: Lust machen wollen sie auf den Einstieg im Verein nach dem Corona-Lockdown. Gutes tun sie nebenbei: Die Startgelder der Rallye kommen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei zugute und im konkreten Fall einem Bietigheimer Spieler.
„Handballer helfen Handballern“, betont Isselhard und ist stolz. 760 Euro sammelten sich am Sonntag im Topf. Die 1000 kommen in Reichweite.