Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Das macht der TSV-Nachwuchs nach dem Saisonabbruch

Die Challenge geht weiter: Trainer Benjamin Eisensteck fotografiert seinen Sohn Tim (links) und Teodor Vukicevic.
Die Challenge geht weiter: Trainer Benjamin Eisensteck fotografiert seinen Sohn Tim (links) und Teodor Vukicevic.

Der Frust ist groß bei den Kobras des TSV Speyer. Die Hoffnung auf den Rundenstart haben die Jungspieler begraben. Trainiert wird trotzdem, um der Motivation willen. Den Ton gibt der Nachwuchs selbst an.

Ein Mangel an Kreativität kann Trainer Benjamin Eisensteck und seinen Kollegen nicht zugesprochen werden. Wie die meisten Sportvereine nutzen sie die digitalen Möglichkeiten, um die jungen Aktiven nicht nur bei Laune, sondern auch fit zu halten. Im Wettbewerbsmodus läuft die Sache auch hier.

Die Herausforderung ist jedoch doppelt so hoch. „Ich habe eine Challenge gestartet, die darauf basiert, dass jedes Kind sich Übungen ausdenken muss und danach das nächste Kind nominiert“, fasst Coach Eisensteck die Vorgabe im RHEINPFALZ-Gespräch zusammen.

Halbe Stunde

Eine halbe Stunde dauert das Sportprogramm, das jeweils zu den normalen Trainingszeiten in der WhatsApp-Gruppe läuft. Zweimal, dienstags und freitags, üben die Talente aktuell gemeinsam.

Ein Trainingsanforderungskatalog, den ein Ehrenamtskollege zusätzlich entwickelte und via Messenger veröffentlicht, baut die Fitness aus: „Darin geht es um Koordination und Ausdauer. Übungen mit dem Ball sind ebenfalls eingebaut, damit das Gefühl dafür nicht verloren geht“, erklärt Eisensteck.

Wie sehr die Kinder und Jugendlichen unter dem fehlenden persönlichen Training leiden, bekommt er dennoch mit: „Das Handball-Umfeld fehlt allen, auch den Erwachsenen“, lenkt er ein. Kein einziges Spiel habe die Kobra-Jugend in der vergangenen Runde Corona-bedingt bestritten. „Das ist sehr schade. Denn das bedeutet für alle ein verlorenes Jahr.“

Spieler bleiben

Der zusätzliche Dämpfer kam mit der Mitteilung im Januar, dass die Saison 2020/21 ausfällt. Umso mehr macht sich Erleichterung bei Eisensteck breit, dass eine Abwanderungswelle von Spielern bisher ausbleibt.

„Unsere Sonderaktionen helfen dabei, das zu verhindern, da die Aktiven den Kontakt untereinander halten und doch irgendwie gemeinsam Sport treiben“, sagt der Trainer. Nicht nur über den Erfolg der Bemühungen freut er sich, sondern auch über den Einfallsreichtum der Kinder.

Eisensteck: „Sie holen sich Ideen im Internet, ziehen sich Videos aus YouTube und setzen ihre eigenen Trainingsabfolgen daraus zusammen“, berichtet er. Zur Gemeinschaftspflege beitragen soll eine weitere Aktion, in die Eisensteck mit Sponsoren und Gönner plant.

Bisschen Fasnacht

In Anlehnung an die Fasnachtszeit soll eine Collage erstellt und am Rosenmontag, 11.11 Uhr, über die Kobra-Seiten – unter anderem in Facebook – veröffentlicht werden. Darauf zu sehen sein sollen Menschen in Kostümen, mit roter Pappnase oder anderen närrischen Utensilien.

„Das soll einfach ein Zeichen dafür sein, dass wir zusammenhalten und dankbar sind für die Loyalität aller Aktiven und Freunde der Kobras“, betont Eisensteck. Fotos nimmt der Organisator bis Freitag, 12. Februar, unter der E-Mail-Adresse b.eisensteck@gmail.com entgegen.

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