Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Gute Zahlen 2025: Womit die VR Bank ihr Geld verdient

Vorstand der VR Bank (von links): Thomas Sold, Till Meßmer, Achim Seiler.
Vorstand der VR Bank (von links): Thomas Sold, Till Meßmer, Achim Seiler.

Die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz hat das vergangene Jahr mit Rekordzahlen abgeschlossen. Welche Geschäfte waren dafür ausschlaggebend?

„Es ist ein Steckenpferd von uns, die Region zu finanzieren“, sagte Till Meßmer. Der Vorstandssprecher der Vereinigten VR Bank zeigte sich bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2025 „sehr zufrieden“ mit dem Wachstum im Kreditgeschäft von 5,32 Milliarden auf 5,61 Milliarden Euro. Der Zuwachs liege über dem Durchschnitt der deutschen Genossenschaftsbanken. Auch bei den Einlagen ging es nach oben auf 5,42 Milliarden Euro. „Wir sind im Kundengeschäft gewachsen, das ist uns wichtig“, so Meßmer.

Eine wichtige Kennzahl für das Kreditinstitut ist in diesem Fall das Neukreditgeschäft, das mit 2889 Anträgen 1,04 Milliarden Euro erreicht hat – deutlich mehr als die 873 Millionen im Jahr zuvor, aber noch nicht die 1,3 Milliarden, die früher schon einmal bilanziert wurden. „Wir sind auf dem Weg zurück“, betonte der Vorstandssprecher. Der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragskomponente der Bank konnte demnach um 10,2 Millionen Euro zulegen. Wunschgemäß gesunken ist demnach die Cost-Income-Ratio als betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Effizienz des Unternehmens. Die Rate liegt bei 53,4 – so viele Cent müssen durchschnittlich aufgewendet werden, um einen Euro Ertrag zu generieren (2024: 54,6).

Guter Start überrascht

Nach oben zeigen die Pfeile im Wertpapiergeschäft: 2,86 Milliarden Euro betrug laut Vorstandsmitglied Achim Seiler der Wertpapierbestand (2024: 2,53 Milliarden Euro). Drei Viertel davon liegen in den Depots von Privatleuten, der Rest bei Firmenkunden. 2841 Depots wurden 2025 bei der VR Bank eröffnet und 5816 neue Sparpläne abgeschlossen. Seiler stellte auch das Geschäft mit bankeigenen Inhaberschuldverschreibungen heraus, die allein 2025 um 72 Prozent zugelegt hätten und sich jetzt auf 140 Millionen Euro summierten. Das Kreditinstitut erreiche seine Kunden „mit den richtigen Produkten und einer wirksamen Ansprache“, stellte er fest. Über den guten Start der 2025 eingeführten Vermögensverwaltung auf ETF-Basis zeigte sich Seiler „fast ein bisschen überrascht“.

Ein Rekordjahr wurde im Immobilienvertrieb bilanziert. Die elf firmeneigenen Makler hätten „so viel vermittelt wie noch nie“, erklärte Seiler. Das bezog sich auf die 180 Immobilien, womit ein Umsatz von 72,3 Millionen Euro verbunden war – mehr Umsatz als 2024, aber weniger als 2023. Das habe mit einem veränderten Markt zu tun, weg von größeren Projekten mit Werten von mehr als fünf Millionen Euro, hin zu Gebrauchtimmobilien für 400.000 bis 500.000 Euro. Aktuell sei die Bank mit der Vermarktung der Ludwigsgarten-Neubauten am Rabensteinerweg betraut und verzeichne eine Belebung der Nachfrage. Gut 50 Prozent der Käufer würden auch als private Baufinanzierungs-Kunden gewonnen.

Immer digitaler

Im Geschäft mit Lebensversicherungen wurde ein Plus von 7,9 Prozent verzeichnet (2025er-Volumen: 60,9 Millionen). Bei anderen Versicherungen betrug der Zuwachs 3,1 Prozent. Einzig im Geschäft mit Bausparverträgen gab es ein deutliches Minus: 92,8 Millionen Euro bedeuteten einen Rückgang von 25,3 Prozent gegenüber 2024. Das habe wohl damit zu tun, dass es damals einen besonderen Ansturm auf später nicht mehr erhältliche Verträge mit besonders niedrigem Kreditzins gegeben habe, so Seiler. Sein Vorstandskollege Thomas Sold berichtete von großen Bemühungen des Hauses, die genossenschaftliche Marke Wero als sichere europäische Alternative zum Bezahldienst Paypal zu etablieren. Die fortschreitende Digitalisierung zeige sich im Plus bei den Anmeldungen in der VR-Banking-App: 1,2 Millionen allein im Januar 2026 waren 85.000 mehr als ein Jahr zuvor.

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