Speyer „Gut aufgestellt“

91-93675249.jpg

Für den Moment und die nahe Zukunft „sehr gut aufgestellt“ sieht Manfred Scharfenberger (CDU), Ortbürgermeister von Römerberg, die Ortsgemeinde. Dennoch stünden „immer noch teilweise schwierige und nur langfristig zu lösende Aufgaben“ an. Um diese zum Wohl der Dorfgemeinschaft bewältigen zu können, bat Scharfenberger gestern Abend beim Neujahrsempfang in der Rhein-Pfalz-Halle die Bevölkerung um Unterstützung und auch konstruktive Kritik.

In erster Linie sprach er mit seiner Bitte seine Rats- und Ausschusskollegen an. Ihnen dankte er für die konstruktive Zusammenarbeit in der Vergangenheit. „Wenn man verfolgt, wie in einigen Nachbargemeinden politische Mandatsträger miteinander umgehen, so kann man Ton und Form hier nur als wohltuend und äußerst angenehm bezeichnen“, sagte Scharfenberger. Als unverzichtbar für eine intakte, sich entwickelnde Gesellschaft nannte der Ortschef – nach der langen Begrüßung von Ehrengästen aus Politik, Verbänden und Gewerbe – die Ehrenamtlichen. Zum Beispiel die Verantwortlichen in den fast 100 örtlichen Vereinen: „Besonders im Jugendbereich trägt ihre Arbeit reichlich Früchte, was die Jugendehrung belegt.“ Als nicht hoch genug zu schätzende Variante von Bürgerengagement bezeichnete Scharfenberger den Dienst, den die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr leisten: „143 Einsätze in Römerberg, 212 in der Verbandsgemeinde im letzten Jahr widerspiegeln die Einsatzbereitschaft. Auf die Gefahrensituationen, in die sich Feuerwehrleute begeben, muss ich spätestens nach der BASF-Katastrophe und der Gasexplosion in Harthausen nicht extra hinweisen.“ Ein Dankeschön sagte der Ortsbürgermeister auch den Erzieherinnen und Erziehern der sechs Kindertagesstätten: „Die sechs Millionen Euro, die wir in den vergangenen Jahren in die Betreuung der Kinder und in die Gebäude investiert haben, sind mehr als sinnvoll und ein Grund, dass Römerberg für junge Familien ein attraktiver Wohnort ist.“ Gleiches gelte für die drei Grundschulen, die mit den Kitas ein wesentlicher Faktor der positiven demografischen Entwicklung seien. Zum 31. Dezember 2016 zählte Scharfenberger 10.113 Einwohner aus über 60 Nationen, unter ihnen 100 Asylbewerber. Sie seien „in vielen Fällen verängstigt, traumatisiert, wegen ihres Glaubens, ihrer ethnischen Herkunft aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen“. Ohne die Helfer des Asylkreises, die Zeit und Kraft opferten, könnte die Kommune die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge nicht schultern, betonte der Ortschef. Bei den schon begonnenen und 2017 auf den Weg zu bringenden Vorhaben setzt Scharfenberger die Erschließung von Neubaugebieten ganz oben auf die Agenda: „Einheimischen und nachfragenden Neubürgern das Bauen zu ermöglichen, ist eine wichtige Säule, um Römerberg zukunftsfest zu machen“, sagte der Ortsbürgermeister und konkretisierte: „Sie alle sehen, wenn Sie von Mechtersheim nach Berghausen fahren, dass das Baugebiet W3 inzwischen Baureife erlangt hat. Im Moment sind rund 100 Bauanträge in Bearbeitung – angelegt ist die Fläche für 130 Bauplätze –, der Großteil der 18 Wohnungen der Seniorenwohnanlage ist verkauft.“ „Planfestgestellt“ sei die Unterführung am Bahnübergang in Berghausen, mit Sicherheit werde sie in den kommenden Jahren realisiert, sagte Scharfenberger gestern. Wie viel Zeit bis zum Baustart vergeht, hängt allerdings davon ab, wie schnell die Unterführung alle Genehmigungsschritte durchläuft. Denn der Bauherr Rhein-Pfalz-Kreis hat die Schritte für den Bau von Bahnunterführungen in Berghausen und Schifferstadt parallel unternommen. Zuerst gebaut werden solle die Unterführung, die als erstes alle Genehmigungsschritte durchlaufen habe. Und: Nach der Untersuchung zur Errichtung eines Dorfladens in Mechtersheim sollten in Kürze Gespräche über Möglichkeiten der Umsetzung folgen. In der Rückschau beschränkte sich Scharfenberger auf zwei Ereignisse: den 50. Geburtstag der Mediathek und den Verkauf des Bahnhofgebäudes in Heiligenstein an einen Investor, der dort Wohnraum schaffen wolle. Ausführlich würdigte der Ortsbürgermeister die Schnakenbekämpfer in Römerberg – 16 Einsätze mit zirka 890 Arbeitsstunden haben die acht Freiwilligen 2016 absolviert, 12.000 Kilogramm Eisgranulat wurde mit dem Hubschrauber verstreut, 40 Kilogramm per Rückenspritze zu Fuß. Die Schnakenbekämpfung sichere im Sommer die Lebensqualität in der Ortsgemeinde, sagte Scharfenberger, der die Schnakenjäger zur Vorstellung ihrer Arbeit auf die Bühne holte. Durch den Empfang gestern Abend begleiteten der Musikverein Berghausen, die Sternsinger der Kirchengemeinde Mechtersheim und die Firma Protec mit einer Lasershow.

x