Speyer Grüne: Stadt macht Bürgern etwas vor
„Bäume für Speyer“ heißt die Aktion, bei der 5000 Euro für 15 Bäume vorrangig an Speyerer Kitas und Schulen zusammenkommen sollen. Die Stadtverwaltung und die Stadtwerke haben sie im Dezember auf der Plattform „Speyer Crowd“ initiiert (wir berichteten am Samstag). Der Grünen-Kreisverband bezeichnet den Aufruf als „Show“: Die Initiative solle den Bürgern „vormachen, die Stadt meine es ernst mit dem Schutz von Klima und Biodiversität“. Das ist aber aus Sicht der Partei „weit gefehlt“.
„Kaum irgendwo in Deutschland werden die Holzvorräte so geplündert wie im Speyerer Stadtwald und Bürgerhospitalwald“, behauptet der Kreisverband in einer von Sprecher Sascha Bassing versandten Mitteilung. Er nennt die Zahlen, dass im Stadtwald jedes Jahr etwa 8000 Bäume gefällt würden und dass im Speyerer Wald weniger als die Holzmenge pro Hektar Waldfläche gegenüber dem Bundesdurchschnitt vorhanden sei. Weiter heißt es: „Auch innerhalb der Stadt schwinden nach und nach Freiflächen, die geeignet wären, das Stadtklima zu verbessern.“
Verräterisches Foto?
Bäume, die keine wirkliche Gefährdung darstellten, würden gefällt, so eine andere Kritik. Andernorts pflanze die Kommune exotische Baumarten mit suboptimaler Klimawirkung. Das zur Aktion veröffentlichte Stadt-Foto sei in dieser Hinsicht „verräterisch“: „Viele Hände halten einen Baum, der lediglich dem Ideal der Stadtreinigung entspricht.“ Er habe eine kleine Krone, werde wenige Blätter abwerfen. Nötig sei ein Paradigmenwechsel statt eine „öffentlichkeitswirksame Crowdfunding-Show“. Im konkreten Fall hätte die grüne Umweltdezernentin Irmgard Münch-Weinmann einbezogen werden sollen, rät die Partei der Stadt.