Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Goldene Meisterbriefe für Gärtner: 50 Jahre Spezialist für Wasserpflanzen

Mit dem Goldenen Meisterbrief geehrt: Gärtnermeister Theo Germann.
Mit dem Goldenen Meisterbrief geehrt: Gärtnermeister Theo Germann.

Theo Germann war Gärtner aus Leidenschaft. Vor 50 Jahren machte der Speyerer seinen Meister. In seinem Unternehmen drehte sich alles um Wasserpflanzen. Germanns Wissen darüber ist derart fundiert, dass sogar die Wissenschaft sich bei ihm meldete.

Theo Germann ist das älteste von sechs Kindern. „Also musste ich die Gärtnerei meines Vaters übernehmen“, sagt der 76-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Während sein Opa als Gärtner im Versuchsbetrieb der BASF arbeitete, baute sein Vater einen Betrieb in Pirmasens auf. Bei der Geburt der Kinder war das Unternehmen bereits in Speyer ansässig. Nach dem Tod des Vaters übernahm Germann dieses.

Obwohl er im Bundesverband der Staudengärtner Mitglied war, spezialisierte er sich auf einem anderen Gebiet: Seerosen und Wasserpflanzen. „Wir haben viel selbst produziert, aber die Nachfrage war viel größer als das, was wir anbieten konnten“, berichtet Germann. Also kaufte er hinzu. „Meine Kunden konnten sicher sein, gute Ware zu bekommen. Das wurde von ihnen honoriert“, weiß der Gärtnermeister, der aus Anlass seines Jubiläums jüngst von der Landwirtschaftskammer den Goldenen Meisterbrief bekommen hat.

Besonderes Spezialgebiet

Sich Zeit zu nehmen für die Kunden hatte für den Speyerer stets oberste Priorität. Ebenso der persönliche Kontakt, den alle zu schätzen wussten. „Das habe ich von meiner Mutter gelernt, die in der Gastronomie gearbeitet hat“, weiß Germann, wer ihm die offene Art gegenüber seinen Mitmenschen in die Wiege gelegt hat.

„In ganz Deutschland gab es keine zehn Gärtnereien, die sich auf Seerosen und Wasserpflanzen spezialisiert haben“, macht Germann deutlich. Viel Wissen hat ihm sein Lehrmeister Karl Wachter vermittelt. Die gute Zusammenarbeit mündete sogar in späteren Jahren in ein gemeinsames Buch. Vor 15 Jahren kam es auf den Markt und trägt den Titel „Der Wassergarten“.

Und bei der Gesellschaft der Wassergartenfreunde übernahm Germann von Wachter das Präsidentenamt.

Immer Spaß an der Arbeit gehabt

„Im halbjährigen Rhythmus habe ich dort ein Journal herausgebracht mit den unterschiedlichsten Themen“, erzählt der Domstädter. Selbst Hochschulen hätten an den fachlich fundierten Berichten Interesse bekundet. Bemerkenswert: Die Mitglieder der Gesellschaft stammen zwar größtenteils aus Deutschland, kommen aber auch aus Frankreich, Holland, Ungarn und sogar aus Kanada. „Plötzlich kannte ich in ganz Europa einige Koryphäen“, erzählt Germann und merkt lächelnd an: „Noch heute kommen manchmal Nachfragen.“

Seinen Beruf hat er altersbedingt an den Nagel gehängt. Was von seiner großen Gärtnerei Am Rübsamenwühl noch übrig geblieben ist, sind die Seerosen. Spaß habe er an seiner Arbeit immer gehabt, versichert Germann. „Ich ging in meinem Beruf auf.“ Zeit für andere Hobbys, außer für Sport, hatte er nicht. Dafür freut er sich, gut ein Dutzend junge Menschen zu Gärtnern ausgebildet zu haben. Und noch etwas macht Germann zufrieden: „Während der Pandemie haben die Leute ihre Gärten wieder als Wohnzimmer aufgewertet.“

Der Meisterbrief ist Ausdruck der Beständigkeit im Beruf. Zeitgleich mit Germann hat ihn ein zweiter Speyerer erhalten: Bernhard Kirschenlohr, dessen Spezialgebiet die Stauden sind.

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