Speyer Gimmy-Elf zahlt Lehrgeld
«Speyer.»Start ins neue Jahr verpatzt: Der FC Speyer verliert das Spitzenspiel der Verbandsliga im Sportpark mit 3:4 (0:2) gegen Hassia Bingen, weil die junge Elf von Trainer Ralf Gimmy zu ungestüm ist und sich zu viele individuelle Fehler leistet.
„Es war vor dem Spiel klar, dass hier eine junge Truppe auf eine erfahrene und abgezockte Mannschaft trifft“, sagte Gimmy. Es war ein treffendes Resümee eines Aufeinandertreffens zweier völlig verschiedener Mannschaften: auf der einen Seite die dynamischen und zuweilen zu stürmischen Gastgeber, auf der anderen Seite ein Gegner, der auf seine Chancen und Fehler der Speyerer wartete. Und die unterliefen der Gimmy-Mannschaft auch. Als die Gastgeber ein Foul reklamierten, ließ der insgesamt schwache Schiedsrichter Marcel Mai die Partie weiterlaufen: Der Ball kam zum völlig freistehenden Hassia-Stürmer Mukkereu Serdar, der eiskalt zum 1:0 einschob. Das 2:0 ging auf die Kappe von FC-Torwart Yannik Sahin, der beim Freistoß von Philipp Schrimb rief, aber dann unter dem Ball durchtauchte. Diesem Rückstand lief das Gimmy-Team die restliche Zeit hinterher. „Da stehen auf der einen Seite 22,5 Jahre im Altersdurchschnitt, wenn wir Andreas Backmann einmal herausnehmen“, meinte Gimmy. Auf der anderen Seite seien es im Mittel 27,5 Jahre. Das mache sich bemerkbar. Vor allem in der Chancenverwertung: Während Speyer so einige Möglichkeiten vergab (Eric Häußler und Marc-David Thau richtig gute vor dem 0:1), zeigte sich Bingen höchst effizient. Nach dem 1:2 Andreas Backmanns (52.) zappelten alle Bingener Abschlüsse im FC-Netz. Hier müssen die Gimmy-Schützlinge ihre Chancen besser verwerten. Gerade bei den Standards, aus denen alle FC-Treffer resultierten, funktionierte das gestern bereits: Nico Steigleiders 2:3 (70.) per Kopf nach Freistoß Marvin Sprenglings, der dann direkt ebenfalls per Freistoß traf. Das zwischenzeitliche 2:4 Fabian Liesenfelds (73.) entsprang der offensiven Ausrichtung, die den Gästen Räume eröffnete. Auch dass sich einige Speyerer Akteure kurz vor dem Seitenwechsel Gelbe Karten einhandelten und sich von den Bingenern unnötig provozieren ließen, spricht Bände. Am Ende war es ein Sieg der reiferen und abgezockteren Mannschaft. Speyers junges Team zahlte Lehrgeld. Dennoch gehört dieser Elf die Zukunft. Sport