Speyer
Geschäftspolitik der Baugenossen: Günstig und erfolgreich
Gut elf Millionen Euro hat sich die Gemeinnützige Baugenossenschaft (GBS) im vergangenen Jahr Modernisierung, Instandhaltung, Ankauf und Neubau kosten lassen. Investiert wird weiterhin, wie die Vorstände Oliver Pastor und Bernd Reif in einem Pressegespräch betonten: In diesem Jahr werden 105 Jahre GBS gefeiert, ein neuer Aufsichtsrat wird gewählt, Gas soll Fernwärme weichen und Bestandsgebäude sollen möglicherweise aufgestockt werden.
13 Wohnungen und der GBS-Nachbarschaftsverein im Neubau Langensteinweg können nach Angaben von Technikchef Reif voraussichtlich im kommenden Frühjahr bezogen werden, weitere 49 Wohneinheiten im Rabensteinerweg sollen zum Jahreswechsel 2025/26 bezugsfertig sein.
Bis zu 16 neue Wohnungen könnten mit der Aufstockung von dreistöckigen Gebäuden in der Conrad-Hist-Straße um eine Etage entstehen, berichtete Reif. Dort stehe ohnehin eine Sanierung der zwei Wohnblöcke an, die aus der Nachkriegszeit stammen. Sicher sei, dass sie an das Fernwärmenetz angeschlossen und mit Balkonen ausgestattet werden. „Sämtliche derzeit 1643 GBS-Wohnungen und -Einfamilienhäuser sollten langfristig von Fernwärme beheizt werden“, kündigte Reif an. Eine erste Wärmepumpe ist demnach im Modellversuch in der Christoph-Lehmann-Straße im Betrieb. Energiekosten sollen so gesenkt werden. Auch Aufzugsmodernisierungen planen die Baugenossen.
Preise unter dem Durchschnitt
Knapp 70 Prozent der GBS-Mieter zahlen weniger als sieben Euro pro Quadratmeter für ihre Wohnungen, wies der kaufmännische GBS-Vorstand auf Preise hin, die im städtischen Vergleich besonders niedrig seien. Sie zahlten demnach im Durchschnitt 6,50 Euro pro Quadratmeter und somit weniger als die mittlere Nettokaltmiete der Stadt von 7,77 Euro pro Quadratmeter. Die Nachfrage nach den Wohneinheiten sei unverändert hoch. Die Leerstandsquote betrage nur 0,8 Prozent, was auf laufende Modernisierungen zurückzuführen sei. Die GBS sei vollvermietet.
Mehr als sechs Millionen Euro hat die GBS nach Angaben Pastors im Vorjahr für den Neubau und Ankauf von Grundstücken investiert. „Wir haben sämtliche Fördermittel in Anspruch genommen“, erklärte er. Die gute Vernetzung mit anderen Baugesellschaften und viel Unterstützung der Stadt leisteten Beiträge zur erfolgreichen Schaffung bezahlbaren Wohnraums.
Mit fast 81 Millionen Euro sei die Bilanzsumme um mehr als sechs Prozent gestiegen; der Jahresüberschuss liege bei 800.000 Euro. „Darauf können wir aufbauen“, sagte Pastor. Am Dienstag, 25. Juni, ist Vertreterversammlung, am Samstag, 31. August, die 105-Jahr-Feier in der Burgstraße.