Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Vereine nicht überrascht von Entscheidung des Verbands

Die Fußballschuhe bleiben erst einmal liegen: Die Spiele im Amateurbereich bis zur Verbandsliga pausieren.
Die Fußballschuhe bleiben erst einmal liegen: Die Spiele im Amateurbereich bis zur Verbandsliga pausieren.

Die Würfel sind gefallen. Der Südwestdeutsche Fußballverband hat die Rundenspiele ab der Verbandsliga abwärts abgesetzt. Die Vereine reagieren größtenteils mit Verständnis. Sie haben sogar Ideen für die fußballfreie Zeit, formulieren aber auch Ängste.

„Das war eigentlich abzusehen. Wir haben aber eigentlich direkt damit gerechnet, dass die Runde bis zum Jahresende ausgesetzt wird“, sagt Andreas Hoffmann, Trainer des ASV Harthausen zur vorläufigen Pause bis 15. November. „Die Jungs wollen natürlich auf den Platz. Die Situation, in Kleingruppen zu trainieren, kann ja eigentlich auch nicht die Lösung sein.“ Dennoch werde der ASV erst einmal so verfahren, um den Fitnesszustand auf dem Status quo zu halten.

Großes Verständnis für die Unterbrechung äußert ASV Waldsees Spielleiter Alex Krieger: „Mich freut es, dass der Verband den Vereinen diesmal die Entscheidung abgenommen und uns so mehr Planungssicherheit gegeben hat.“ Soweit es erlaubt ist, will auch Waldsee in Kleingruppen trainieren. Falls das im November nicht mehr gehen sollte, müsse sich der ASV etwas einfallen lassen, „um die Spieler bei Laune zu halten. Es kann ja sein, dass wir sechs Monate nicht mehr spielen und sich der ein oder andere dann ein anderes Hobby sucht“. Das sei eine große Herausforderung.

Training demnächst online?

Eine Idee dafür hätte Andreas Köhler, Trainer von Frauen-Verbandsligist FV Dudenhofen: „Vielleicht machen wir etwas über Videotelefonie.“ Auf jeden Fall arbeite er aber gerade an einem Laufplan. Einige seiner Spielerinnen seien schon enttäuscht gewesen über die erneute Saisonunterbrechung. Köhler sagt aber: „Da die Zahlen steigen und wir eine Kontaktsportart sind, finde ich das okay.“ Gerade auch mit den Einschränkungen beim Duschen seien längere Auswärtsfahrten kaum zu machen.

Hanhofens Spielleiter Andreas Lehr sagt: „Unser Jungs hätten gerne weitergespielt. Aber aufgrund der Auflagen ist es so wohl der beste Weg.“ Bei den Spielen entstünden auch Kosten, etwa für Schiedsrichter. Ohne Zuschauer mache der Spielbetrieb wenig Sinn. Der FVH werde, so lange es gehe, in Kleingruppen weitertrainieren.

Vereine stellen Training ein

Andreas Reinberger, Vorsitzender der SpVgg RW Speyer, findet die Entscheidung des Verbands ebenfalls vertretbar: „Wir haben jetzt auch den Trainingsbetrieb erst einmal eingestellt, die Gesundheit geht vor. Da ist es jetzt sinnvoller abzuwarten.“ Für ASV Speyers Trainer Carsten Henn war der Abbruch klar: „Makaber fand ich die Idee, mit 1,5 Meter Abstand zu trainieren und an den Wochenenden normal weiterzuspielen.“ Die Mannschaft habe die Nachricht von der Unterbrechung gemischt aufgenommen. Manche hätten gerne trainiert, so Henn weiter. Rundenspiele ohne Zuschauer zu absolvieren mache ohnehin keinen Sinn: „Der Verein muss ja auch leben, und ohne Zuschauer geht das einfach nicht.“ Im Moment ruht der Trainingsbetrieb bei den Siedlern, Henn hat mit der Runde ohnehin abgeschlossen: „Ich denke, wir haben mit dem Abstieg nichts zu tun. Gedanklich bin ich schon in der neuen Saison.“ Aber es sei derzeit schwierig, Spielergespräche für die kommende Saison zu führen, auch wenn der ASV dies vereinzelt getan habe.

„Wie waren einer der Vereine, der die anderen Vereine angeschrieben hat, schon bevor der Verband reagiert hat. Wir waren und sind der Meinung, es macht so keinen Sinn“, sagt Jafaar Tabbouch, sportlicher Leiter des FV Berghausen. Er hält eine Unterbrechung bis April oder Mai für sinnvoll. Dann sollten die restlichen Spiele zu Ende gespielt werden, auf die Aufstiegs- und Abstiegsrunde würde er verzichten. Außerdem halte er eine Absage der Spiele schon jetzt bis Ende des Jahres für gut: „Alle Vereine sollten sich zusammentun und die Spiele bis dahin absagen. Es dreht sich nur noch um zwei Spieltage. Das würde Planungssicherheit geben.“ Aktuell sind die Spiele bis mindestens 15. November abgesetzt.

Diese Jahr kein Fußball mehr?

Alle Vereinsvertreter sind sich einig: In diesem Jahr wird ziemlich sicher kein Ball mehr rollen. Einige, wie Henn, fordern einen Abbruch und eine Annullierung der Runde. Auch RW-Vorstand Reinberger rechnet damit: „Ich kann es nur vom jetzigen Stand beurteilen. Aktuell gehe ich davon aus, dass es nicht mehr weitergeht.“ „Der März könnte vielleicht ein Thema werden“, sagt Harthausens Hoffmann. Aber da die positiven Fallzahlen unter anderem auch wegen mehr Tests weiter anstiegen, „können wir nicht in die Glaskugel schauen.“ Der ASV habe das Hygienekonzept vollständig umgesetzt, „alles weitere liegt nicht in unserer Hand, da müssen wir uns fügen“.

Lehr und Krieger hoffen ebenfalls auf eine Weiterführung der Runde im März. Vieles hänge davon ab, wann ein Impfstoff verfügbar sei. Lehr: „Erst dann hat man es richtig unter Kontrolle.“ FVD-Coach Köhler fügt an: „Wenn alle, die sich derzeit in der Gesellschaft nicht an die Regeln halten, mitmachen würden, wäre es bald wieder möglich.“ Aktuell rechne er aber nicht damit, bald wieder auf den Platz zurückkehren zu können.

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