Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Riesige Spende für den ASV

Es gibt auf jeden Fall einen zweiten Rasen: Sportgelände des ASV Waldsee.
Es gibt auf jeden Fall einen zweiten Rasen: Sportgelände des ASV Waldsee.

Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Dank eines möglichen Sponsors winkt dem ASV Waldsee eine erhebliche Aufwertung seines Geländes. Was der Big Spender verlangt.

Normalerweise passiert so etwas nur im Märchen, da kommt eine gute Fee und erfüllt alle Wünsche. Nun hat sich die gute Fee in Form eines Sponsors beim ASV Waldsee gemeldet und erfüllt dem Verein das, wovon die Kicker bisher nur träumen konnten – und noch ein bisschen mehr.

Der ASV hat aber bisher nicht geträumt, ist auf dem Boden geblieben und wollte durch direkte Einsaat von Rasensamen den ungeliebten Hartplatz in eine Art Naturrasen light verwandeln, die kostengünstigste Variante. Das hätte schon im März geschehen sollen, doch wer beim ASV-Sportgelände vorbeifährt stellt fest: Es tut sich nichts.

Ernsthaftes Angebot

Nun hat ASV-Vorstand Alexander Krieger dem Ortsgemeinderat Waldsee die Gründe dafür erläutert. Anfang März habe ihm ein ASV-Mitglied erstmals angeboten, sich am Umbau des Hartplatzes zu beteiligen. „Ich hab’s erst mal nicht glauben können, aber dann gemerkt, dass das ein solides Angebot ist“, erklärt Krieger.

Nach zahlreichen Treffen gibt es nun konkrete Pläne. Der Sponsor finanziert den Umbau des Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz, inklusiv der Umzäunung und einer LED Flutlichtanlage. „Das volle Paket also“, so der ASV-Chef. Doch damit nicht genug.

Öffentlicher Kunstrasen

Da der Kunstrasenplatz in Zukunft eingezäunt ist und nicht mehr frei zugänglich, möchte der Sponsor den sanierungsbedürftigen öffentlichen Bolzplatz ein paar Meter weiter in einen öffentlichen Kunstrasen umbauen. Der wird dann zwar auch umzäunt sein, um Vandalismus vorzubeugen, kann aber durch ein Drehkreuz immer betreten werden.

Doch es kommt noch besser. Wenn der Verein nun schon so eine schöne Anlage hat, dann passt der Kabinentrakt, an dem so einiges verbesserungsbedürftig ist, nicht mehr dazu. Der Sponsor möchte ihn modernisieren oder erweitern. Da gebe es aber noch keine konkreten Pläne, erklärt Krieger.

Namensrechte vergeben

Zu den Kosten der Maßnahmen und dem Namen des Geldgebers wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Anonym wird der Sponsor aber wohl nicht bleiben, denn seine Bedingung ist, dass der Platz nach seiner Firma benannt wird und der Verein ein Konzept zu Vereinsfortführung und Förderung des Sports vorlegt.

„So dass der Sponsor sieht, wir nehmen nicht nur Geld an, sondern haben auch einen Plan“, erklärt Krieger. Die Frage drängt sich natürlich auf: Warum macht jemand so etwas? Zum einen aus steuerlichen Gründen, denn der Sponsor habe eine Firma, die hohe Gewinne erzielt. Außerdem habe er in seinem Leben dem Vereinssport viel zu verdanken.

Wohl überlegt

Das Angebot ist für Alexander Krieger und den Vorstand mehr als verlockend, ermöglicht es doch eine professionelle Jugendförderung. Der Verein erhofft sich dadurch einen Mitgliederzuwachs auch von außerhalb. Leichtfertig nimmt der ASV das Angebot aber nicht an. Fachplaner und ein Rechtsanwalt des Sportbunds sind eingebunden.

Außerdem gebe es noch etliches zu klären, was Verträge und Genehmigungen betreffe. Ebenso müssten finanzielle und steuerrechtliche Risiken noch abgeklärt werden. Grundvoraussetzung für Krieger und seine ASV-Kollegen: der Verein darf zu keiner Zeit in Vorleistung erheblicher Höhe gehen, alle Schritte müssen abgesichert sein und es gibt keine Alleingänge, die Gesamtvorstandschaft muss eingebunden sein.

Plan B

Erst wenn das alles geklärt ist, lädt Krieger zu einer Mitgliederversammlung ein. Wenn die dem Projekt zustimmt, dann kann es los gehen. Baubeginn wäre dann wahrscheinlich im Frühjahr 2024. Der Kunstrasen sollte innerhalb von zwei Monaten verlegt und bespielbar sein.

Und was, wenn es doch nur ein Märchen bliebe? Dann wird am Ende doch einfach Rasen auf dem Hartplatz angesät, so wie ursprünglich geplant.

x