WORMS
Fußball: Oberligist FV Dudenhofen verliert in Worms
„Wir haben einen Lauf, sind gut drauf. Dudenhofen ist auch gut drauf“, hatte Wormatias Sportlicher Leiter und Steffen Litzels Freund Norbert Hess vor dem Spiel gesagt. Vor allem die zweite Satzhälfte bestätigte sich – und widerlegte dabei die gleichzeitige Tiefstapelei des Freundes. „Da kommen die kleinen Spargelbauern in die große Nibelungenstadt“, hatte Litzel vorher verkündet – was sich mehr in entsprechenden Sticheleien der unzufriedenen Wormser Fans widerspiegelte denn in der Leistung auf dem Platz. Viel hätte nicht gefehlt, und der FVD wäre zum fünften Mal in Folge als Sieger vom Platz gegangen. Doch statt – ebenfalls zum fünften Mal – nach Rückstand und teils spät zu punkten, reichte diesmal auch ein zweimaliger Vorsprung nicht.
Die Gäste – „Unser bisher härtester Gegner“, so Wormatia-Coach Kristjan Glibo – beeindruckten gleich mit starkem Start: Bereits nach zwei Minuten drückte der offenkundig wieder im Vollbesitz seiner Kräfte befindliche Goalgetter Julian Scharfenberger einen nach schnellem Konter durch den Strafraum kullernden Querpass Paul Stocks am langen Pfosten über die Linie (2.). Jannik Styblo scheiterte wenig später auf Flanke Daniel Eppels aus kurzer Distanz freistehend an Ricco Cymer (15.). „Da verpassen wir das 2:0“, wusste nicht nur Kevin Hoffmann. Wormatia tat sich weiter schwer: „Dudenhofen ist sehr zweikampfstark, sehr robust und war vor allem in den ersten 20 Minuten besser in den direkten Duellen“, verdeutlichte Glibo.
Umstrittener Elfmeter
Es folgte der Ausgleich der Wormatia durch Nachschuss nach einem Elfmeter. „Eine Fehlentscheidung“, so Hoffmann, der indes in der 40. Minute mit allzu ungestümen Bodycheck ans Werk gegangen war. Der FVD verpasste nach dem Wechsel eine Antwort: Scharfenberger verzog um Zentimeter (50.). „Eine von den beiden Großchancen muss mindestens drin sein“, so Litzel. Die Führung gelang durch einen Strafstoß, den Scharfenberger herausholte und Stock verwandelte – verdient, wie nicht nur Sportdirektor Christian Schultz fand: „Wir haben super gut gespielt.“
Doch bald fiel das 2:2, vor dem Schultz eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters reklamierte, so wie auch Rami Zein: „Ich erobere fair den Ball – stattdessen gibt’s Freistoß und im Anschluss fällt das 2:2.“ Nichtsdestotrotz freute sich Zein über ein „absolutes Oberliga-Topspiel“. Beide Teams stünden „zu Recht vorne“, der FVD habe „mindestens einen Punkt verdient“ gehabt. Mit einem solchen „muss man dann auch mal zufrieden sein“, meinte Hoffmann – musste aber zusehen, wie beim beidseitigen Spielen auf Sieg dieser an Worms ging.
„Als Torwart ärgert es mich natürlich maßlos, wenn drei Tore nach Standards fallen“, meinte FVD-Keeper Philipp Schilling, der „Wormatia ihre Ambitionen nicht angemerkt“ hatte: „Welche Mannschaft letztlich besser war, soll jeder selbst entscheiden.“ Und Chef Litzel entschied: „Ich denke, wir hatten die reifere Spielanlage, die bessere Zweikampfquote und insgesamt eine sehr, sehr gute Leistung.“