Harthausen
Fußball: Drohne filmt ASV-Spiele
Wäre das neue Fluggerät des ASV Harthausen am Sonntag zum Einsatz gekommen, es hätte aufgezeichnet, wie die Tabakdörfler beim 3:4 (0:3) im Kreispokal-Achtelfinale zuhause gegen den FV Dudenhofen II (beide A-Klasse) erst klar zurückliegen, dann furios aufholen und schließlich in der Nachspielzeit das 3:4 kassieren.
Die Mavick Mini, so der Name des kleinen Geräts, blieb an diesem Tag dem Regen geschuldet aber am Boden. Bei den Testspielen der Grün-Schwarzen etwa gegen Palatia Böhl und 1. FC 08 Haßloch II kam die Drohne zum Einsatz. 35 bis 40 Minuten Videomaterial liefert das knapp 300 Gramm leichte Geräte mit zwei Akkulaufzeiten für Hofmann.
„Ich ziehe mir dann nach dem Spiel meine Punkte raus, etwa wie wir im Umschaltspiel oder im Einrückverhalten agieren wollen“, sagte der Übungsleiter im Gespräch mit der RHEINPFALZ. In Analysen vor dem nächsten Spiel oder nach dem Training am Ball zeigt Hofmann seinem neuen Team dann ausgewählte Szenen.
Methode beliebt
Die neue Methode der Videoanalyse kommt bei der Mannschaft des ASV gut an: „Es wird dann auch schon über Situationen gesprochen und diskutiert. Die Jungs nehmen auch meine Vorschläge, wie man Situationen lösen kann, an. Aber Fußball ist natürlich in vielen Bereichen variabel.“
Bevor die Aufnahme startet, lässt sich Hofmann erst das Okay des gegnerischen Teams und des Schiedsrichters geben. Dann steigt das Fluggerät auf etwa 25 Meter Höhe. Mittels Geo-Daten stellt der Trainer einmal die Position der Drohne ein, die diese dann hält, bis der Akku leer ist.
Wertvolle Hilfe
Voraussetzung ist, dass es nicht zu windig ist, wie etwa beim Pokalspiel beim SV Weingarten (3:2) oder eben zu regnerisch wie gegen Dudenhofen. Die eigenen Akteure lassen sich auch aus dieser Distanz noch ausmachen: „Wir wissen, wer welcher Spieler von uns ist, allein schon anhand der Position“, so Hofmann.
Vielleicht hätten die Bilder auch strittige Szenen wie das 3:0 des FVD, nach Trainer Hofmann ein Abseitstor, aufgedeckt. Doch einen Drohnenvideobeweis gibt es im Amateurfußball noch nicht. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass Hofmann auch in Zukunft noch öfter auf die Analysehilfe aus der Luft zurückgreift.