Dudenhofen
Fußball: Als der FVD gegen Inter Mailand spielte
Die Beobachter staunten nicht schlecht als der Nachwuchs des FVD durch ein Tor von Manfred Schanninger mit einer 1:0-Führung in die Pause ging. „Wir waren total euphorisch in der Halbzeit“, so der damalige A-Jugend-Spieler Jürgen Dennhard. Er spielte als Libero: „Dennoch wussten wir, dass wir höchstens einen Auswechselspieler hatten.“
„Inter hatte da mehr Möglichkeiten“, erinnert sich Dennhard: „Sie haben dann die gesamte Offensive getauscht. Unsere Kraft hat nachgelassen. Das war dann auch der Grund für den verdienten 2:1-Sieg am Ende.“ Die Elf sei gut ins Spiel gekommen und habe den Italienern eine Stunde lang ordentlich Paroli geboten.
Mailand habe technisch hochwertigen Fußball gespielt, erzählt Dennhard: „Und wir haben das gemacht, was wir konnten. Es war ein faires Spiel und keine Treterei. Aber die Auswechslungen haben das Spiel dann einfach gegen unsere Gunsten entschieden.“
Superstar Meazza
Diese Wechsel tätigte niemand Geringeres als der italienische Stürmerstar Giuseppe Meazza. Er trainierte die Mailänder A-Jugend. „Die Anhäufung von Menschen vor und nach dem Spiel um seine Person war schon sehr groß. Jeder wollte ein Autogramm“, sagt Dennhard. Heute ist das Stadion in Mailand nach Meazza benannt.
Auf der anderen Seite hieß der Coach Manfred Becker. Sein damaliger Libero sagt über ihn: „Ein ruhiger Mann mit sehr viel Sachverstand. Wir sind für ihn durchs Feuer gegangen.“ Becker war es, der die Mannschaft auf das Spiel so gut einstellte. Schon im Training gab er taktische Anweisungen für die Begegnung mit Inter.
„Wir waren eine gut eingespielte Mannschaft mit einem tollen Zusammenhalt“, so Dennhard. Seine Elf habe sich so teuer wie möglich verkauft und sich als Mannschaft präsentiert. Bis heute nennt er diese Partie den Höhepunkt seiner Jugendlaufbahn. Tage und Wochen fieberten alle auf das Spiel hin.
Einmalige Sache
„Auf dem Dorf war das ja eine einmalige Sache. Wir haben uns gefreut und waren gespannt. Schon im Training war Euphorie spürbar“, erklärt er.
Zu dieser Zeit richtete der Ludwigshafener SC ein großes, internationales Jugendturnier im Südwest-Stadion aus. FVD-Jugendleiter Kaeser pflegte Verbindungen zum Ludwigshafener Turnierorganisator und vereinbarte so das Match mit Inter Mailand.
Dennhard und sein Mitspieler Kurt Löffler holten am Tag des Spiels noch Spargel ab, die später die Frauen, die für das Essen verantwortlich zeichneten, zubereiteten. Die Italiener zeigten sich begeistert vom deutschen Essen, wollten das Sportheim gar nicht mehr verlassen und fühlten sich sehr wohl, blickt Dennhard zurück.
Italienische Stimmung
Den Frauen sprach Dennhard ein großes Lob aus: „Die haben das echt klasse gemacht.“ Ein besonderes Erlebnis für alle FVD-Akteure, vor allem das Einlaufen blieb Dennhard in Erinnerung: „Die Inter-Fans haben Radau gemacht. Mit Anpfiff haben wir das dann aber nicht mehr so wahrgenommen. Da konzentriert man sich auf das Spiel.“
Später schafften es sechs der Dudenhofener Spieler in die Erste Amateurliga. Betreuer der Mannschaft war damals Willi Lehr.