Speyer
Friedrich-Magnus-Schwerd-Preis: Nicht nur für gute Noten
Seit 2000 vergibt der Speyerer Lions-Club jährlich den Friedrich-Magnus-Schwerd-Preis. In diesem Jahr wurden sechs Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 damit ausgezeichnet. Die beiden Bestplatzierten sind 18 und stehen unmittelbar vor den Abiturprüfungen, die die Preisträger aller Voraussicht nach mit einer eins vor dem Komma des Reifezeugnisses bestehen werden. Günter Kirchberg, langjähriger Lions-Beauftragte für den Schwerdpreis, überreichte Charlotte Michaelis (Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium) und Rafael Dietrich (Nikolaus-von-Weis-Gymnasium) die Urkunde und die damit verbundenen jeweils 500 Euro Preisgeld.
Charlotte hatte demnach in ihrer gesamten Schulzeit stets Bestnoten. Ihr Anspruch an sich selbst sei hoch, erklärt die Schülerin ihre eindrucksvoll gesteckten beruflichen Ziele. Privat engagiert sie sich im Tierschutz. Ihr Preisgeld wird sie „auf Reisen durch Europa“ einsetzen, verriet sie der RHEINPFALZ.
Schlechteste Note: eins
Rafael hat andere Pläne mit seinen 500 Euro. „Ich möchte das Geld nach Südafrika spenden“, sagte er. Zudem möchte er nach seinem freiwilligen Dienst wieder hinfahren zu den Menschen, die ihn beeindruckt und geprägt hätten, kündigt er Unternehmungen nach dem Abitur an. Seine „schlechtesten schulischen Ergebnisse“ – auch in den Leistungskursen Mathematik, Latein, Biologie – seien 14 Punkte (Note eins), stellte Kirchberg den Schüler mit dem besten Zeugnis seines Jahrgangs vor.
Der 2. Preis wurde in diesem Jahr dreimal vergeben: Smilla Röhlke (Edith-Stein-Gymnasium), Franziska Nesemann (Gymnasium am Kaiserdom) und Mira Sigges (Hans-Purrmann-Gymnasium) erhielten die Auszeichnung, die mit 400 Euro dotiert ist. Smilla hat vor, mit dem Geld nach London zu reisen. Die 18-Jährige engagiert sich im Projekt „Stolpersteine“ und in der damit verbundenen Gedenkarbeit, unterstützt ukrainische Kriegsflüchtlinge und nimmt Gitarren-Unterricht. Mira ist froh, dass sie ihr neues Tablet mit dem Preisgeld finanzieren kann. „Als Kurs- und Jahrgangssprecherin sowie Handball-Jugendleiterin kann ich mit Druck umgehen“, betont die Schülerin, die in ihren Leistungskursen Mathematik, Physik und Erdkunde erstklassig ist und zudem die jüngste Chemie-Olympiade gewonnen hat. Franziska liebt Fremdsprachen und will ihr Preisgeld folgerichtig für Sprachreisen verwenden. Ihre Noten sind durchgehend 1+, ihre Interessen breit gefächert. Sie gibt Nachhilfe, engagiert sich im Schultheater und -Orchester und ist außerdem Obermessdienerin.
Samira Larbi vom Wirtschaftsgymnasium der Johann-Joachim-Becher-Schule überreichte Kirchberg den 3. Preis und damit verbundenen 300 Euro Preisgeld. Das Geld lege sie „fürs Ausziehen von zu Hause“ und das anstehende Studium zurück, erklärte die Abiturientin. Bis dahin bereite sie sich in den Leistungskursen Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Deutsch auf ihr Abitur vor und widme sich in jeder freien Minute sportlichen Leidenschaften.
Drei Generationen
Drei Preisträger-Generationen haben an der Feierstunde der Speyerer Lions teilgenommen. Der Friedrich-Magnus-Schwerd-Preis geht zurück auf Anfänge im Jahr 1959. Er wird seit dem Jahr 2000 regelmäßig verliehen. Dabei war auch Ekkehard Körner. Er hat als „Mathe-Ass“ den ersten Preis dieser Art vor 66 Jahren von dem Initiator und späteren FMSG-Leiter und Initiator Heinz Regel entgegengenommen. „Zwei dicke mathematische Bücher“ seien sein Preisgeld gewesen, erzählte Körner von dem damals allein vorherrschenden Leistungsgedanken.
Smilla Hell wurde von den Lions vor zwei Jahren mit dem Preis ausgezeichnet. „Das ist kein Preis, auf den man hinarbeiten kann“, sagte sie. Die Chemie-Studentin wurde gerade als fünfte Speyerin in die bayerische Stiftung „Maximilianeum“ aufgenommen worden – eine Erfolgsgeschichte, wie es so viele in Verbindung mit dem Friedrich-Magnus-Schwerd-Preis gibt.