Speyer Freistoss:

Sie ist grausam. Sie schleicht sich heimtückisch von unten heran. Und dann krallt sie sich unerbittlich fest. Ihr entkommt niemand. Und wenn sie einen einmal gepackt hat, leiden zuerst die Zehen, dann die Füße und Beine, schließlich sogar der ganze Körper. Die Kälte ist unerbittlich. Das wissen vor allem Anhänger des Fußballspiels, die auch in der kalten Jahreszeit ins Stadion beziehungsweise auf die Plätze gehen. Und das wissen auch die Trainer. Denn während ihre Schützlinge auf dem Rasen stets auf Ballhöhe hinauf- und hinunterrennen (sollten) und sich damit schön warm halten, bleibt den Übungsleitern an der Seitenlinie wie den Zuschauern nichts anderes übrig, als stehen zu bleiben, vielleicht ab und an mal zwei, drei Schritte nach rechts und nach links zu sprinten oder etwas aufs Spielfeld zu rufen. Warm wird einem davon nicht wirklich. Doch weiß der gewitzte Fußball-Trainer sich zu helfen, wie jüngst beim Gastspiel des Landesliga-Spitzenreiters FC Speyer an der Haidmühle beim VfL Neustadt: VfL-Coach Wolfgang Trapp wohnte der Partie immerhin in warmer Jacke bei und ließ dabei seine Hände tief in den Jackentaschen verschwinden. Sein Speyerer Kollege Ralf Gimmy aber war deutlich besser gerüstet gegen die grausige Kälte – ob’s daran lag, dass er beim 5:0-Erfolg seines Teams einen weitaus ruhigeren und damit bewegungsärmeren Abend verbrachte als der VfL-Coach? Muss also der Trainer eines erfolgreichen Teams sich besser gegen die Kälte wappnen? Wir wissen es nicht. Aber immerhin umhüllte eine flauschige Wollmütze wärmend sein Haupt. Und Gimmy verkündete nach der Begegnung froh, dass er längst lange Unterhosen trage. Zum Beweis lupfte er sogar ein wenig sein Hosenbein. Und siehe da: Lange Skisocken hielten Füße und Waden ebenfalls warm. „Ich bin halt auch Skifahrer“, erzählte der FC-Trainer lachend. (sab/Archivfoto: Lenz)