Speyer Früh frankiert: Speyer Vorreiter bei Briefmarken

Schwarzer Einser: erste Briefmarke in Bayern.
Schwarzer Einser: erste Briefmarke in Bayern.

Speyer feiert im November ein Briefmarken-Jubiläum. Die Domstadt am Rhein, zwischen 1816 und 1945 Sitz der bayerischen Verwaltung in der Pfalz, war eine der ersten drei deutschen Städte, die vor 175 Jahren Briefmarken herausgaben.

Dies geschah ab November 1849 auf Anordnung der Generalverwaltung der Königlichen Posten und Eisenbahnen in München. Sie hatte am 24. Oktober jenes Jahres verfügt, dass „fortan die Frankierung von Briefen nur mittels gestempelter Marken zu bewirken ist“. Zuvor waren Briefe nur mit Stempeln und handgeschriebenen Gebührenvermerken versehen.

Das „Königlich Bayerische Oberpostamt“ in Speyer, vor dem Umzug in das 1901 fertiggestellte Gebäude der Oberpostdirektion untergebracht in der Alten Münz, bot wie überall in Bayern je nach Briefgewicht Marken für einen, drei und sechs Kreuzer an. Entwertet wurden die Briefmarken per Hand (Federstrich) und ab dem 1. August 1850 mit dem sogenannten Mühlrad-Stempel. Der trug in seiner Mitte eine den Postämtern zugeteilte Nummer. Für Speyer war es zunächst 325, später 493. Mühlrad-Stempel wurden bis zum 9. März 1869 verwendet. Danach gab es eigene Ortsstempel, wie bis heute bekannt.

Diese Geschichte hat der Briefmarkensammlerverein (BSV) Speyer aufgearbeitet. Auch er hat eine lange Tradition, wurde 1907 erstmals und 1925 wiedergegründet. Mit 80 Mitgliedern steht er im Vergleich zu anderen Philatelistenvereinigungen noch gut da, leidet aber unter Rückgängen. „Nachwuchs ist ganz schwer zu kriegen“, so Vorsitzender Markus Steuerwald. Er finde den Ansatz gut, dass Ortsvereine verstärkt kooperieren, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Speyerer Einheit habe dazu dank einer großzügigen Spende auch eine Werbeagentur beauftragt und alle Vereinsmedien neu gestaltet, so Steuerwald.

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