Speyer Feuerwehr und Forst bitten um Vorsicht

2015: Großbrand im Wald bei Speyer.
2015: Großbrand im Wald bei Speyer.

Mit den Temperaturen steigt die Waldbrand-Gefahr auch in Speyer und Umgebung. Das Forstamt und die Feuerwehr sind alarmiert. Erste kleinere Brände gab es schon.

Die Gefahr sei „bei trockenen Frühjahren und wenn es über längere Zeit wenig Niederschlag gegeben hat“ besonders hoch, so Simon Güntert, Pressesprecher des Forstamts Pfälzer Rheinauen, auf Anfrage. Das Amt mit Sitz in Bellheim ist auch zuständig für die Reviere Speyer, Römerberg, Modenbach und Schifferstadt. Diese Gebiete wurden über zwei Jahrhunderte hinweg von der Kiefer geprägt. Die Monokultur war entstanden, als die Wälder durch „wildes“ Baumfällen litten. Dadurch verarmten die Böden, es konnte nur noch die anspruchslose Kiefer gedeihen. Das änderte sich in den vergangenen Jahrzehnten, inzwischen gibt es kaum reine Kiefernwälder. 2018 habe es gegenüber anderen Jahren fast 30 Prozent weniger Niederschlag gegeben, so Güntert weiter. Zwar sei die Lage „nicht so angespannt wie in großen Teilen von Norddeutschland und Brandenburg, aber die Situation sollte nicht unterschätzt werden“. Die aktuellen Wettervorhersagen ließen eine weitere Erhöhung der Gefahr erwarten. „Es ist die höchste Gefahrenlage“, so Christian Kölsch, stellvertretender Stadtfeuerwehrinspekteur. Der kurze Regen am Wochenende habe daran nichts geändert. Die Wehr appelliere in diesem Zusammenhang an die Verantwortung der Bürger, nicht nur als Wald-Besucher, sondern auch als Verkehrsteilnehmer: Neuralgische Stellen in und um Speyer seien gerade die Straßen nach Iggelheim und Schifferstadt, an deren Rändern es immer wieder Einsätze gebe. „Keinen Müll aus Autos werfen, vor allem keine Glasscherben, keine Kippen“, rät Kölsch. Diesen Sommer hätten schon zweimal Bankette der Iggelheimer Straße gebrannt; an der B 9 auf Höhe Speyer-West habe die Wehr zudem einen brennenden Acker löschen müssen. Sie sei dafür gerüstet, habe ihre Einsatzwagen mit „Sonderschläuchen“ ausgestattet, die in Hitze und unwegsamem Gelände leichter zu manövrieren seien, berichtet Kölsch. Er bittet um Wachsamkeit: „Bei Rauchentwicklung sollte sich niemand scheuen, den Notruf zu wählen.“ Insofern sei es für die Feuerwehr kein Problem, dass es sich bei einem Einsatz am Dienstag, 16.36 Uhr, in Verlängerung der Boschstraße letztlich um einen Fehlalarm handelte: Dort wurden die Helfer zu einem Holzhaufen gerufen, der angekokelt aussah. Es wurde jedoch festgestellt, dass sich die Äste durch andere Umwelteinflüsse verfärbt hätten. Eine mehrjährige Waldbrand-Serie gab es in Speyer vor der Jahrtausende-Wende. Ein Brandstifter legte mehrfach nördlich der Stadt Feuer. Er wurde gefasst und verurteilt. Einen großen Waldbrand gab es auch vor genau drei Jahren, im Juli 2015, zwischen Speyer und Schifferstadt: Rund 380 Wehrleute bekämpften die Flammen auf neun Hektar Wiesen- und fünf Hektar Waldfläche. Brände im Wald entstehen meist durch Unachtsamkeit oder Vorsatz, so Forst-Experte Güntert. Er wirbt für die App „Hilfe im Wald“: „Sie erlaubt eine schnelle Lokalisation des eigenen Standorts per Smartphone oder GPS und zeigt die nächstgelegenen Rettungspunkte an.“

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