Speyer Festgezurrte Feindbilder

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Donald Trump ist ein „Menschenfresser“, Unternehmer sind „Sklavenhändler“ – und überhaupt: „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Das Konzert von Kai Sichtermann und Funky K. Götzner am Donnerstagabend im Dudenhofener Bürgerhaus ist eine Zeitreise in die linksanarchistischen 70er Jahre gewesen. Der Sänger Gymmick unterstützte die ehemaligen Mitglieder der Band Ton, Steine, Scherben dabei.

Der Altersdurchschnitt des Publikums liegt an diesem Abend bei etwa 50 Jahren. Doch auch eine Gruppe junger Erwachsener ist da, die später „Keine Macht für niemand“ mitgrölen werden. Mit Kai Sichtermann und Funky K. Götzner sind zwei Ur-Scherben nach Dudenhofen gekommen. Sichtermann war als Bassist sogar seit 1970 dabei und damit Gründungsmitglied. Götzner stieß 1974 hinzu – damals als Schlagzeuger, heute spielt er Cajón. Für das Akustik-Projekt „Radio für Millionen“ haben sie sich mit Gymmick zusammengetan. Er ist an diesem Abend der Frontsänger, Kay und Funky bleiben im Hintergrund. Positiv ist die Bandbreite an Stilen – die Band spielt Balladen, deren Texte von Liebe, Beziehungen und Alltag erzählen: „Und die Tränen wird die Sonne trocknen, und die Spur der Verzweiflung wird der Wind verweh’n.“ Gymmick ist ein hervorragender Gitarrist und ein professioneller, bühnenerfahrener Sänger und Entertainer: Er zieht die Augenbrauen hoch, legt den Kopf zur Seite, singt zu späterer Stunde gemeinsam mit dem Publikum, während seine Augen im Scheinwerferlicht blitzen. Das Trio spielt langsame Stücke, andere haben einen lebhaften Country-Einschlag. Nach Dudenhofen haben die Musiker alte Hits der Scherben wie „Keine Macht für niemand“ oder „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ mitgebracht. Gymmicks Aufforderung ans Publikum, die Hand zur Faust zu ballen, ist unschwer als Anspielung auf die Antifa zu dechiffrieren. Das Problem ist nur, dass dieser Linkspopulismus rhetorisch ziemlich doof rüberkommt: Da wird Trump als „Menschenfresser“ bezeichnet, ohne dass man erfährt, warum. Die Feindbilder der drei Musiker scheinen so festgezurrt zu sein, dass sie auf Begründungen offenbar verzichten können. Immerhin geht es ja um das Ziel, dass der „Planet bald uns allen gehören wird und jeder bekommt, was er braucht“. Unternehmer nehmen im naiven Weltbild die Position des „Sklavenhändlers“ ein. Der Arbeitslose ist irgendwie ein Held. Der Slogan „Keiner hat das Recht, andere Menschen zu regieren“ besticht auch nicht gerade durch intellektuellen Scharfsinn. Und wenn es dann doch mal nicht so läuft, empfiehlt Gymmick kitschig-banal, sich eben „an der Liebe festzuhalten“. Land

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