Fussball
Feriencamp beim ASV Waldsee
Kilian und Emilio standen in den Ferien auf dem Fußballplatz des ASV Waldsee, da waren sie gerade sechs Jahre alt. Mittlerweile sind sie 15 und 14 und stehen nach wie vor regelmäßig dort. Nur die Mission ist eine andere. Das M’M Camp ist zur Institution geworden im Verein. 2018 wurde dem Nachwuchs zum ersten Mal die Chance geboten, in den Sommerferien zu kicken und das eine ganze Woche lang – zur großen Freude der Eltern, die ihre Kinder insgesamt sechs Wochen versorgt wissen müssen.
Hinter dem Angebot stecken die beiden ASV-Trainer Markus Regenauer und Martin Tyrala. Dass Emilio inzwischen die Rolle des Teilnehmers gegen die des Betreuers tauschte, liegt nicht alleine am Spaß an der Freude, sondern auch an den Genen. Regenauer ist sein Vater. Da lag der neue Einsatz auf dem Platz nicht weit.
Fußballer-Leben
Die Aufgaben kann Emilio klar umreißen: „Übungen vormachen, Essen ausgeben, generell betreuen, aufpassen, dass die Kinder keinen Quatsch machen …“ Letzteres, lenkt Kilian grinsend ein, sei wohl die größte Herausforderung. Er selbst spielt schon sein ganzes Leben lang Fußball, wie der ASV-ler sagt.
„Im Ort mit Freunden in den Ferien was zu machen, ist doch was Gutes“, begründet Kilian sein jahrelanges Faible für das Fußballcamp. Tyrala beschreibt ganz klar die Linie, die ihm konzeptionell dabei wichtig ist: „Wir wollen nicht wie in einem Leistungszentrum permanent Druck machen. Das hier ist kein Trainingslager, sondern fußballerische Beschäftigung.“
Große Aufgabe
Bolzplatz-Gefühl ist das, was Tyrala gerne wecken mag, nicht, ohne dabei die Technik ganz außer Acht zu lassen. Die sollen die 46 Kinder beim freien Spiel jedoch alleine festigen. Eine Stunde trainieren sie intensiv am Vormittag, erklärt Tyrala. Was ihm wichtig ist: „Jeden Tag sprinten und Eins gegen Eins.“ Gesteigert werden außerdem die Passübungen pro Tag.
Die bildeten am Dienstag den Hauptbestandteil in Regenauers Gruppe, in der die Jüngeren ab sechs Jahren und die Leistungsschwächeren mitmachten. „Das ist eine Übung mit Kommando“, erklärt er beim Besuch unserer Zeitung. Passspiel mit rollendem Ball, gleichzeitig Abwehr des Gegners und zum Schluss Torschuss – das unter einen Hut zu bringen, sei für den Nachwuchs eine große Aufgabe.
Wichtig seien solche Einheiten, um die Koordination zu stärken. Die, das stellt Tyrala fest, bereitet den jungen Fußballern nämlich heutzutage Schwierigkeiten. Nachlegen wird das M’M Fußballcamp mit einem Drei-Tages-Angebot in den Herbstferien (Mittwoch, 23., bis Freitag, 25. Oktober) in der Rheinauenhalle. „Dann geht es nicht primär um Fußball, sondern darum, die Kinder mit verschiedenen Sportarten in Bewegung zu bringen“, kündigt Tyrala an.