Speyer
Fahrradbügel nur noch an ein bis zwei Standorten geplant
Die Bauarbeiter waren per städtischer Pressemitteilung schon angekündigt im vergangenen Sommer, aber sie mussten letztlich doch nicht kommen: Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) befand, die Pläne seien nicht ausreichend kommuniziert gewesen. Die Kritik richtete sich auch an das städtische Verkehrsdezernat, das die Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann (Grüne) politisch verantwortet. Diese referierte in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Verkehrsausschuss die Vorgeschichte, betonte das Ziel, den Fahrradverkehr zu fördern, und verkündete: „Wir wollen weiterhin Anlehnbügel installieren, die Bürger mitnehmen und die Parkflächen erhalten.“
Wie das funktionieren soll, erklärte Robin Nolasco, Leiter des von OB Seiler verantworteten Fachbereichs für Stadtentwicklung und Bauwesen: In einer Testphase sollten an ein bis zwei Standorten im Kämmerergebiet Fahrradständer aufgestellt werden. Es solle in dieser Zeit geprüft werden, ob der Bedarf so hoch ist, wie von einem Teil der Anwohner mit Verweis auf fehlenden Platz auf den Bürgersteigen vor den Häusern behauptet. Außerdem würden die Kriterien Akzeptanz sowie Vandalismus-Anfälligkeit berücksichtigt, kündigte Nolasco an. Es dürfe aber wegen des in dem Viertel bestehenden Parkdrucks kein Parkplatz weniger werden: Zwei bis drei neue sollten in der Hirschstraße angelegt werden, eventuell entlang des Bahndamms in einem bisher teilweise ohnehin beparkten Grünstreifen. Auch im Bereich von Bushaltestellen gebe es dort noch Flächenreserven, eventuell auch für die von der CDU geforderten E-Ladesäulen.
Kompromisse gefordert
CDU und SPD stimmten zu. Paul Lehr (Linke) forderte Kompromisse, um auf ein gerechtes Verhältnis von Auto- und Fahrrad-Parkplätzen zu kommen. Hannah Heller, Fraktionssprecherin der Grünen, fand es „okay, wenn man auch mal mini beginnt“, hätte sich aber mehr erhofft. Sie sagte: „Ich würde mir mehr Mut wünschen, auch von der Bauabteilung.“ Öffentliche Parkplätze würden in der Domstadt stark unter Wert verkauft, wenn ein Anwohner-Parkausweis lediglich 30 Euro im Jahr koste. Fahrräder nähmen viel weniger öffentlichen Raum ein als Autos. Es müsse sich etwas ändern, auch wenn es „vielen Leuten weh tut“, so Heller.
OB Seiler sprach von einem Pilotprojekt. Die Lage im Kämmerer sei ein „Sinnbild auch für andere Straßenzüge“. 2023 werde Bilanz gezogen und über Weiteres entschieden.
