Speyer Für seinen Stil geschätzt
Frank Leibeck, der Chemikant war, sich zum Industriemeister Chemie weiterbildete, von 2005 bis 2010 studierte und das Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur abschloss, ist seit 25 Jahren SPD-Mitglied: „Das Bürgermeister-Amt übe ich aber neutral und parteiübergreifend aus. Ich bin ein Bürgermeister für alle“, bekräftigt er. Und fügt an: „Ich bin nicht gewählt, um mich selbst oder die Partei zu profilieren, sondern um das Gemeinwesen mit konkreten Projekten nach vorne zu bringen.“ Aus Rückmeldungen weiß er, dass diesen Stil auch andere Fraktionen schätzen, „dass ich das nicht nur sage, sondern lebe“. Leibeck, der verheiratet ist, zwei Söhne hat und vor seiner Amtszeit Ratsmitglied und Beigeordneter in Westheim war, ist „der Erfahrungsaustausch mit anderen wichtig“. Nur so lerne man einen anderen Blickwinkel kennen, höre vielleicht Argumente, an die man nicht gedacht habe. Regelmäßig habe es daher Treffen mit den Beigeordneten und den Fraktionsvorsitzenden gegeben. Die Zusammenarbeit lobt Leibeck, der 15 Jahre im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer saß, dem Tourismusverein vorsteht, den Bürgerverein mit aus der Taufe hob und Kreistagsmitglied ist. Im Rat würden Sachentscheidungen getroffen. Stolz ist Leibeck darauf, dass das Gremium einstimmig über fünf Millionen Euro „in Kinder, in die Zukunft investiert“ und für die Schulsanierungen gestimmt habe. Dass es in drei von fünf Schulen Ganztagsangebote gebe, findet er gut. Einigkeit habe beim Thema Asyl bestanden: So seien in der VG zwei Häuser gebaut worden, die auch als Sozialwohnungen genutzt werden könnten. Trotz großer Investitionen sei es gelungen, die Schulden um zwei Millionen Euro abzubauen und die Umlage von 46 auf 35 Prozent zu senken: „Das sind über 1,5 Millionen Euro, die wir den Gemeinden mehr lassen.“ Am Herzen liegt Leibeck, der sich als „erfahren, kompetent, bürgernah und lösungsorientiert“ beschreibt, gerne Bergtouren macht und Motorrad fährt, die Senioren- und Behindertenarbeit: Monatlich treffe er sich mit den Beauftragten, die es seit seiner Amtszeit gebe: Mit dem Projekt „Unsere Kommunale für alle“ sollen Erleichterungen für eingeschränkte Mitbürger erzielt werden. Weitere Erfolge aus seiner Sicht: der Ausbau der erneuerbaren Energien, Energie- und Kosteneinsparung durch Umstellung auf LED-Licht und die Weiterentwicklung des Druslach-Bacherlebniswegs mit örtlichen Gruppen. Das Ehrenamt und das Engagement der Vereine will er weiter unterstützen. Die erfolgten Lärmberechnungen für Tempo-30-Limits hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Unbefriedigend für ihn: Als Untere Straßenverkehrsbehörde sei die VG für Anordnungen zuständig. Wenn es aber um Kreis- und Landesstraßen gehe, habe sie zwar die Zuständigkeit, aber nicht die Umsetzungskompetenz. Leibeck fordert daher von der Bundespolitik, bei einer Änderung der Straßenverkehrsordnung der VG die Kompetenz zu geben. Weil Starkregenereignisse zunähmen, soll ein Konzept künftig aufzeigen, wie Schäden verhindert werden können. „Die Feuerwehren sind für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Leibeck, der zehn Jahre Westheimer Wehrführer und sieben Jahre VG-Wehrleiter war. Als „schlimmstes Ereignis“ bezeichnet er den Tod von Wehrleiter und Werksfeuerwehrmann Michael Koch, der beim BASF-Unglück im Oktober 2016 verstarb. Leibecks politisches Resümee seiner ersten Amtszeit fällt dennoch positiv aus: „Gemeinsam haben wir einiges auf den Weg gebracht, nicht nur reagiert, sondern agiert.“ In seiner bisherigen Amtszeit habe er Ideen eingebracht, gezeigt, dass er das Amt ausüben könne: „Ich glaube, den Zeitgeist zu kennen und weiß, was die Bürger von mir erwarten.“