Speyer Förderer von junger Kunst
Wirtschaftsarchivar bei der Ludwigshafener BASF, ehrenamtliches Engagement für die Universität Mannheim und Förderer der Bildenden Kunst unter dem Dach der Speyerer Kulturstiftung: Diese Tätigkeiten zählten zu den Schwerpunkten in Carl Anton Reichlings Leben. Am vergangenen Montag ist der gebürtige Ludwigshafener im Alter von 95 Jahren in Heidelberg gestorben.
„Ich möchte über den Weg der Stiftung junge Kunst und Künstler aus unserer Region fördern.“ So begründete Reichling vor 14 Jahren die Errichtung einer nach ihm benannten und zunächst mit 50.000 Euro dotierten Treuhandstiftung. Ihr Zweck: junge Künstler in der Pfalz zu unterstützen, die „noch nicht arriviert, aber vielversprechend sind“. In den vergangenen Jahren stockte Reichling sie auf 130.000 Euro auf. Der Bildenden Kunst galt die Zuneigung des promovierten Wirtschaftswissenschaftlers. Als ehrenamtlicher Geschäftsführer engagierte er sich von 1983 bis 2000 in der Künstlervereinigung Pfälzische Sezession. In dieser Funktion regte der gebürtige Friesenheimer Ausstellungen an, stellte Kontakte zu Kultureinrichtungen her und kümmerte sich um Kataloge. Auch jenseits seiner Stiftung förderte Reichling das Speyerer Kulturleben: So erwarb er etwa 2002 für die Kulturstiftung die Skulptur „Purrmann im Rollstuhl” des Bildhauers Wolf Spitzer, die dem Purrmann-Haus als Dauerleihgabe zur Verfügung steht. Im Jahr darauf trug Reichling dazu bei, dass das Feuerbachhaus das um 1846 entstandene Porträtgemälde „Selbstbildnis mit Hut“ von Anselm Feuerbach kaufen konnte. Für seinen Einsatz erhielt Reichling das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Verdienstorden von Baden-Württemberg, Ehrenbürgerwürde und Universitätsmedaille in Gold der Universität Mannheim sowie die Mannheimer Schillerplakette.