Speyer „Energiegeladen und ehrlich“

Hat das Konzept des Rapstammtischs von Speyer nach Aachen exportiert: Alexander „Bezey“ Biesinger.
Hat das Konzept des Rapstammtischs von Speyer nach Aachen exportiert: Alexander »Bezey« Biesinger.

Für die Speyerer Picknickkonzerte kommt Alexander „Bezey“ Biesinger mit seiner Aachener Hip-Hop-Gruppe „Rapstammtisch“ zurück in seine Heimatstadt. Am Sonntag, 16. Juli, ab 11 Uhr ist die Band im Jugendcafé Speyer-West in der Friedrich-Ebert-Straße zu hören. Silvia Sebastian hat vorab mit dem Rapper gesprochen.

Wer verbirgt sich hinter „Rapstammtisch“, und was hat es mit dem ungewöhnlichen Namen auf sich?

Wir sind ein Kollektiv aus fünf Rappern aus Aachen. Angefangen hat aber alles in Speyer, im Scram!, in der Ludwigstraße. Der Rapstammtisch war eigentlich eine lokale Plattform für Hip-Hop-Gruppen, die sich dort austauschen und präsentieren konnten. Das war einfach immer ein gutes Gefühl, man hat coole Leute getroffen. Und so hab’ ich das Konzept mit zum Studium nach Aachen genommen und den Rapstammtisch dort eingeläutet. Aus dem Stammtisch ist dann aber eine feste Gruppe geworden ... Der Beziehungsstatus ist eine komplizierte Sache. Es hat sich in Aachen so ergeben, dass auf den verschiedenen Events immer die gleichen Leute aufgetaucht sind. So haben wir fünf vor fünf Jahren angefangen, zusammen Musik zu machen. Das Stammtischgefühl ist trotzdem immer da. Wir haben bei unseren Konzerten zum Beispiel immer eine Open Mic Session, bei der jeder ans Mikrofon gehen kann. Da lernt man immer wieder Leute kennen. Wir haben auch oft Gastmusiker dabei. Haben Sie und Ihre Bandkollegen auch beruflich mit Musik zu tun, oder ist das Rappen ein Hobby? Mehr Leidenschaft als Hobby. Die Instrumentalisten, mit denen wir spielen, sind alle Berufsmusiker. Aber als Rapper ... Es ist etwas schwieriger das Rappen zum Beruf zu machen, von daher sind wir Hobby-Musiker und haben noch andere Beschäftigungen. Zum Beispiel? Ich bin Umweltwissenschaftler und mache gerade meinen Master in Köln. Welche Art von Musik erwartet die Speyerer denn bei Ihrem Auftritt bei den Picknickkonzerten? Unsere Shows sind frei improvisiert, und dementsprechend kann eigentlich alles passieren. Wir geben uns immer Mühe, auf die Stimmung des Publikums einzugehen, und wechseln dabei frei zwischen Hip-Hop, Disco, Reggae, Rock und alle anderen Stilrichtungen. Ich würde sagen, am Besten beschreiben uns die Worte „energiegeladen“ und „ehrlich“. Gibt es Themen, die Sie in Ihren Texten besonders gerne aufgreifen? Die Themen sind breit gefächert. Manchmal sind es Situationsaufnahmen. Wir haben zum Beispiel einen Song, „Soft Jazz“, bei dem wir einfach das Gefühl und die Eindrücke wiedergeben, die man hat, wenn man nachts durch die Straßen läuft. Auf der anderen Seite machen wir auch einfach lustige Sachen – eben alles, was uns in den Sinn kommt, wenn wir dabei sind, Mucke zu machen. Haben Sie einen persönlichen Favoriten unter den Songs von „Rapstammtisch“? Es fällt mir schwer, das zu sagen, weil wir gerade alle übers ganze Land verteilt wohnen und selten noch wirklich zu fünft zusammen ins Studio gehen. Inzwischen ist es eher so, dass zwei, drei von uns zusammen kommen und einen Song machen. „We Got Love“ ist sicher ein Favorit; zu dem Song haben wir mit Filmstudenten aus Aachen ein Video gedreht. Wie sind Sie zum Rappen gekommen? Durch Freestyle-Sessions im Park. Seit ich 14 Jahre alt bin, bin ich Fan von deutschem Hip-Hop. Mit 17 oder 18 Jahren habe ich dann selbst angefangen zu rappen. Ich war mit Freunden im Park, und irgendwann macht man mit, denkt sich selbst ein paar Reime aus …

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