Speyer
Eisverkauf: Wie sich ein Betreiber nach dem 4000-Euro-Bußgeld äußert
Einer der von den Strafen betroffenen Geschäftsbetreiber gibt sich auf RHEINPFALZ-Anfrage zugeknöpft. Er wolle kein Öl ins Feuer gießen, habe inzwischen sachlich mit der Stadt gesprochen. „Ich will keine Angriffsfläche bieten.“ Er lässt durchblicken, dass ihm nicht alle aktuellen Regeln einleuchten: Wer darf Lebensmittel am Straßenschalter verkaufen – das unterscheide sich von Betrieb zu Betrieb, von Bundesland zu Bundesland.
Die Stadt Speyer will den Inhabern jetzt die Möglichkeit geben, nach Versand der Bußgeldbescheide ihre Sicht der Dinge darzulegen, so Sprecherin Lisa Eschenbach auf Anfrage. Das Thema habe hohe Wellen geschlagen. Auf ihrer Facebook-Seite musste die Stadt einige Kritik an ihrer „Bürokratenlogik“, so ein Nutzer, moderieren. Sie erntete aber auch Zuspruch. Am Sonntag hatten sich laut Stadt Warteschlangen vor den beiden Cafés gebildet, in denen unter anderem die Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien.
Eis darf geliefert werden
Der Inhaber des betroffenen Eiscafés hatte am Samstag und Sonntag nach eigener Mitteilung auch einen – zulässigen – Lieferservice angeboten und dafür „gutes Feedback“ erhalten. Er werde ihn aber nicht fortsetzen, weil er sich „nicht wirklich lohnt“. Der Aufwand für die gebuchten Fahrten unter anderem nach Dudenhofen und Römerberg sei zu hoch. Er wolle nun abwarten, bis er regulär wieder öffnen dürfe. Seit Montag bietet hingegen das Eiscafé Emozioni, Maximilianstraße 82, einen Lieferservice an, am Mittwoch will die Eismanufaktur Englert, Korngasse 8, nachziehen. „Wir halten uns an die sehr strengen Richtlinien wie kontaktlose Bezahlung“, kündigt Melanie Englert, Mitglied der Betreiberfamilie, an. „Wir sind darauf angewiesen, in dieser Zeit verkaufen zu können.“ Bestellungen seien von 13 bis 19 Uhr unter Telefon 0172 8442781 oder Eismanufaktur-Speyer.de/Lieferung möglich. Die Firmen stehen in einer Liste der städtischen Wirtschaftsförderung: www.speyer.de/lieferdienste.