Speyer Ebli fordert, Angebote zu nutzen
Hanhofen. Friederike Ebli (SPD), Ortsbürgermeisterin von Hanhofen, kann nachvollziehen, dass die Volksbank Kur- und Rheinpfalz ihre Filiale in der Hauptstraße am 31. März schließt. Gutheißen tut sie die Entscheidung jedoch nicht. Nachdem der Schlecker und die Sparkasse geschlossen hätten, sei der Weggang der Volksbank-Filiale eine weitere Verschlechterung für Hanhofens Infrastruktur.
Als Grund für die Schließung ihrer Filiale nennt die Volksbank, dass das Angebot nur noch von wenigen Kunden genutzt werde (wir berichteten). Ebli kann das nachvollziehen: „Die Jüngeren machen fast alle Online-Banking. Ich gehöre zu den Wenigen, die dort noch hingegangen sind.“ Was vor allem fehlen werde, seien der Bankautomat und die Möglichkeit, Kontoauszüge zu bekommen. Hart treffen wird das laut Ebli die älteren Menschen im Ort, die nicht mehr so mobil sind, um nach Dudenhofen und Harthausen zu kommen, wo die Volksbank weitere Filialen betreibt. Die Ortschefin nennt das Aus der Filiale „sehr bedauerlich, gerade jetzt, wo Hanhofen wächst, und wir dabei sind, eine Infrastruktur im Ort aufzubauen“. Auch für Selbstständige sei es eine Verschlechterung, wenn sie ihre Bank nicht mehr fußläufig erreichen können, um Bargeld einzuzahlen. Allerdings macht die Ortsbürgermeisterin auch deutlich, dass die Bürger die Angebote in Hanhofen nutzen müssen: „Wenn die Leute unterwegs einkaufen und nicht im Ort, dann kann ich den Vorwurf, dass die Großen die Kleinen kaputt machen, nur bedingt zulassen.“ Nachdem im vergangenen Jahr die Sparkassen-Filiale in der Raiffeisenstraße zugemacht hat, wird es in Hanhofen ab April kein Bankinstitut mehr geben. Die Möglichkeit, Bargeld im Ort zu bekommen, gibt es jedoch weiterhin. Bei Aldi kann man seit Mitte Dezember bei einem Mindesteinkauf von 20 Euro bis zu 200 Euro an der Kasse von seinem Konto abheben. Aldi Süd teilt auf Anfrage mit, dass die Bargeldauszahlung kostenlos sei. Die Sparkasse Vorderpfalz bietet ihren Kunden in den von einer Filial-Schließung betroffenen Gemeinden wie Hanhofen einen mobilen Bargeld-Bring-Service an. Kunden, die sich selbst kein Bargeld verschaffen können, können Beträge zwischen 300 und 1000 Euro telefonisch bei der nächstgelegenen Geschäftsstelle bestellen und bekommen das Geld an zwei Nachmittagen pro Woche direkt nach Hause gebracht, teilt die Sparkasse auf Anfrage mit. Der Service sei kostenlos. Ebli appelliert, dieses Angebot zu nutzen. Die Volksbank verweist bei der Versorgung der Kunden auf die Filialen in Harthausen und Dudenhofen. Für in der Mobilität eingeschränkte Menschen sei ein Lieferservice geplant, um deren Bargeldversorgung zu gewährleisten. Details müssten aber noch geklärt werden, sagt Regionaldirektor Özgür Bardakci auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Volksbank hatte die Fläche in dem Gebäude in der Hauptstraße gemietet. Ortsbürgermeisterin Friederike Ebli möchte, dass dort nach dem Auszug der Bank wieder ein Dienstleister einzieht, um den Ortskern zu beleben. Die Rubrik Unter dem Titel „Dienstagsfrage“ beantworten wir einmal die Woche Fragen, die im Alltag im Speyerer Alltag auftauchen. |nhe