Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Blaskapelle feiert 50-jähriges Bestehen

Absolviert zwischen 30 und 40 Auftritte im Jahr: die Blaskapelle Dudenhofen, hier bei einem Auftritt in der Festhalle vor einige
Absolviert zwischen 30 und 40 Auftritte im Jahr: die Blaskapelle Dudenhofen, hier bei einem Auftritt in der Festhalle vor einigen Jahren. archivFoto: Lenz

Ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte feiert die Blaskapelle Dudenhofen am heutigen Samstag. Im Gasthaus „Zum Hirsch“ beschloss eine Gruppe von begeisterten Hobby-Musikern vor 50 Jahren, den Verein ins Leben zu rufen. Doch eigentlich reichen die Wurzeln noch viel weiter zurück. Damals nahmen die Musiker für ihre Auftritte so einiges auf sich.

An einem Sonntag im September 1969 hatten sich Norbert und Jakob Bettag, Roland Marte, Theo Reiland, Franz und Erhard Keller „zu einer Aussprache“ verabredet. Für den folgenden Freitag luden die sechs Nebenbei-Musiker weitere zehn Kollegen ins Gasthaus „Zum Hirsch“ ein. Einstimmig beschloss die Runde damals, eine „Blaskapelle Dudenhofen als bleibende Einrichtung ins Leben zu rufen.“ Sie blieb bis heute und feiert nun ihre Gründung vor 50 Jahren mit einem großen Jubiläumsabend in der Festhalle.

Zwei Jahre lang hatten sich die Initiatoren Norbert Bettag und Theo Reiland vor einem halben Jahrhundert bemüht, „die örtlichen Musikerkräfte für einen solchen Liebhaberkreis zu gewinnen“. Hauptaufgabe der Kapelle sollte die Mitwirkung bei Ortsfesten sowie bei kulturellen und kirchlichen Veranstaltungen in Dudenhofen sein. Außerdem: die Förderung von Nachwuchsmusikern und „musikalische Betätigung überhaupt“. Vermerkt wurde im Protokoll, dass kein Mitglied der Blaskapelle in seinen Verpflichtungen und Interessen gegenüber anderen Orchestern beeinträchtigt werden dürfe. Auch wenn „regelmäßige Proben vorgesehen sind“.

Einen Vorstand wählte die Versammlung an dem Abend nicht. Norbert Bettag und Dieter Baader übernahmen die Geschäftsführung, Theo Reiland – im Dorfjargon „de Ochs“ genannt – den Dirigentenjob. Mit seiner Band „Rondo“ tourte Reiland 40 Jahre durch (fast) alle deutschen Festzelte und Festsäle. Bei der Blaskapelle folgten ihm 1977 Karl Gauweiler, 1983 Bernhard Schätzle, dann Willi Merkel, Rudi Hoffmann, Robert Wagner und Lothar Sprengart. Seit 1995 steht Ulrich Marte am Pult. Nach Norbert Bettag/Dieter Baader führte Herbert Nord den Verein, Günther Schlee war von 2001 bis 2013 Vorsitzender, Tochter Nicole löste im April dieses Jahres Ulrich Marte als Vorsitzende ab. Sie reihte sich 1989 in die Blaskapelle ein, spielt Klarinette und Saxophon.

Keine Aufzeichnungen

Bekannt war Norbert Bettag, dass es in Dudenhofen bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine Musikkapelle gab. Schriftliche Aufzeichnungen existierten nicht. „Für Dokumentationen hatte man früher wahrscheinlich keine Zeit“, schrieb Bettag in einem Vorwort zur 25-Jahr-Feier. In der Festschrift von damals erwähnt er auch, was er von Valentin Bettag erfahren hatte: Begründer und Leiter dieser „Dudenhofener Musikkapelle“ war Valentins älterer Bruder Johannes. Geprobt wurde ab 1908 in der ausgeräumten Küche des Elternhauses, zum Musikmachen reiste die Kapelle zu Fuß, per Rad oder seltener per Pfefferminzbähnel an: „Oft kamen sie nach Hause und es reichte gerade noch, sich zum Aufbruch zur Arbeitsstelle fertig zu machen“, schreibt er. Brauchte man für Tanzveranstaltungen und „Musikgeschäfte im Raume Germersheim“ zusätzlich Streicher, arbeiteten die Dudenhofener mit Musikern aus Heiligenstein zusammen.

Ein anderer Bettag, Erich Bettag, engagierte sich 1979 „zum Zweck der finanziellen und ideellen Unterstützung“ für die Bildung eines „Freundeskreises der Blaskapelle Dudenhofen“. Sein Vorschlag: „Jede dem Förderkreis angehörende Person stellt der Kapelle jährlich einen in der Höhe selbst gewählten Betrag für Noten und sonstige Anschaffungen zur Verfügung.“ Etwa 50 machten mit.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung hatte der Verein laut Nicole Schlee 64 Mitglieder. 15 spielen in der Blaskapelle. „Selten“, sagt sie im Gespräch, „waren es mal 17, 18, nur einmal 22, wie in den Jahren 1993/1994“. Sie üben jeden Dienstagabend in der Feuerwache und würden gerne mehr Jugendliche oder andere Interessenten an den Blasinstrumenten und am Schlagzeug ausbilden. „Besonders“ im Verlauf der 50 Jahre war für die Vorsitzende lediglich die Herrichtung des einstigen Kohlenkellers im Haus der Vereine im Jahr 2000 als Proben- und Verweilraum.

Pro Jahr absolviert die Blaskapelle zwischen 30 und 40 Terminen. Meist „daheim“, zum Beispiel beim eigenen Waldfest, beim Feuerwehrtag, bei der SpargelSpitze und beim Kilianerstraßenfest. Auf Konzerte in der Festhalle verzichten die Musiker seit einigen Jahren. In guter Erinnerung sind Nicole Schlee Auftritte in Norwegen, in Ruffec und in Martell, bei der Primiz von Armin Hook und Alexander Klein, bei der Polizeiwallfahrt in Speyer, beim Bundeswehrgelöbnis sowie beim Besuch des damaligen Finanzministers Theo Waigel in Dudenhofen.

Termin

Jubiläumsabend 50 Jahre Blaskapelle Dudenhofen am Samstag, 21. September, 19.30 Uhr, in der Festhalle mit Festredner Landrat Clemens Körner (CDU) und der Gastkapelle MV Frohsinn Schönau.

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