Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Ann-Kathrin Geske geht zum Freiwilligendienst nach Mexiko

Hat Reiseführer gewälzt und ihre Spanisch-Kentnisse aufgefrischt: Ann-Kathrin Geske.
Hat Reiseführer gewälzt und ihre Spanisch-Kentnisse aufgefrischt: Ann-Kathrin Geske. Foto: Lenz

Ann-Kathrin Geske tauscht Dudenhofen gegen Guadalajara, die zweitgrößte Stadt Mexikos. Die 26-jährige wird für sieben Monate einen Weltwärts-Freiwilligendienst absolvieren und bei einem umweltorientierten Projekt in einem Stadtpark mithelfen. Manches an ihrer pfälzischen Heimat wird sie besonders vermissen.

„Ich bin schon immer gerne und viel gereist“, erzählt Ann-Kathrin Geske, „aber nach dem Abitur, das ich am Nikolaus-von-Weis-Gymnasium 2013 gemacht habe, hatte ich erstmal nicht das Bedürfnis, für längere Zeit ins Ausland zu gehen.“ Stattdessen entschied sich die heute 26-Jährige, in Heidelberg Geografie zu studieren, Erdkunde sei nämlich schon in der Schule ihr Lieblingsfach gewesen. „Besonders das Zusammenspiel von Umwelt und Mensch sowie der Umweltschutz haben mich immer sehr interessiert, deshalb habe ich meinen Master dann in Kiel im Fach Umweltgeografie und -management gemacht.“

Für Geske, die momentan in den letzten Zügen ihrer Masterarbeit steckt, und die es mittlerweile wieder zurück in ihre Heimat Dudenhofen gezogen hat, stellte sich die Frage, was nach dem Abschluss kommen soll: „Ich habe gemerkt, dass ich eine Pfälzerin bin und mich hier zuhause fühle“, sagt sie. „Aber nach dem Studium direkt in einen Beruf einzusteigen, bei dem ich mir im Moment gar nicht sicher bin, welcher das ist, konnte ich mir noch nicht vorstellen. Auf der Suche nach einer Tätigkeit, die mir und anderen einen Mehrwert bietet, bin ich dann auf das Weltwärts-Programm gestoßen.“

Freiwilligendienst des Bundes

Dabei handelt es sich einen Freiwilligendienst der Bundesregierung, der sich als eine Art „Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr“ im Ausland beschreiben lässt. Die Teilnehmer engagieren sich in Hilfsprojekten auf der ganzen Welt und werden dabei zu einem großen Teil finanziell unterstützt, sollen gleichzeitig aber auch einen Teil der Kosten über Spenden decken.

In Ann-Kathrin Geskes Fall bedeutete das, dass sie 2300 Euro Spenden sammeln musste, während die restlichen 12.700 Euro der Gesamtkosten ihres Aufenthaltes über das Weltwärts-Programm finanziert werden. Aus der großen Auswahl an Projekten kristallisierte sich für Geske schnell „ihre“ Einsatzstelle heraus: „Ich werde in einem Projekt in Guadalajara arbeiten, in Zentralmexiko. Im Stadtpark wird es für mich darum gehen, Lobbyarbeit zu leisten und das Thema Umweltschutz für Bevölkerung und Lokalpolitik zugänglicher zu machen. Außerdem werde ich Freizeitaktivitäten begleiten und insbesondere Schulklassen ein ökologisches Bewusstsein näher bringen.“ Ihr Studium biete ihr thematisch eine gute Grundlage für ihre bevorstehende Arbeit, so Geske. „Außerdem hat es zeitlich sehr gut gepasst. Die Stelle, die über Weltwärts normalerweise im Sommer besetzt wird, blieb im vergangenen Jahr frei und so kann ich direkt im Anschluss an mein Studium am 3. Februar fliegen. Untergebracht bin ich dort bei einer mexikanischen Gastfamilie, die ich aber bis jetzt noch nicht kenne“, erzählt die Dudenhofenerin.

Die Aufregung über das nahe Abflugdatum ist Ann-Kathrin Geske bereits anzumerken, gleichwohl aber auch die Freude auf die bevorstehende Zeit: „Natürlich bin ich aufgeregt, vor allem, weil mein gewohntes Umfeld plötzlich nicht mehr da sein wird“ erzählt sie. „Und auch die Kommunikation dort ist bestimmt nicht ganz einfach. Aber ich fühle mich durch meine Organisation, den Internationalen Bund Franken, sehr gut vorbereitet.“

Letztes Vorbereitungsseminar

Ihre Spanischkentnisse, die noch aus ihrer Schulzeit bestehen, hat die junge Frau bereits aufgefrischt und den ein oder anderen Mexiko-Reiseführer gewälzt. Ende Januar erwartet sie noch ein letztes Vorbereitungsseminar, an dem jeder Weltwärts-Freiwillige teilnehmen muss, dann trennt sie nichts mehr von ihrem großen Abenteuer. In ihrer Reise sieht Geske viele Vorteile: „Zum einen möchte ich zeigen, dass es nie zu spät ist, ins Ausland zu gehen, gerade, wenn es direkt nach der Schule nicht geklappt hat. Außerdem freue ich mich sehr darauf, eine neue Kultur kennenzulernen und zu sehen, wie Probleme in einem anderen Land angegangen werden.“ Besonders wichtig sei ihr auch, etwas zu tun, das für sie selbst und für andere einen Mehrwert habe. „Ich freue mich darauf, als Person zu wachsen“, meint Ann-Kathrin Geske und schmunzelt: „Und eventuell fällt mir danach auch die Berufswahl leichter.“

Auf die Frage, ob sie etwas vermissen wird, antwortet die Dudenhofenerin: „Natürlich meine Freunde und meine Familie. Aber ich hoffe darauf, dass sie mich in Mexiko besuchen kommen. Ansonsten wahrscheinlich den Pfälzer Wein und den Wald hier. Aber dafür lassen sich bestimmt zeitweilige Alternativen finden“, sagt sie lachend.

Newsletter Ann-Kathrin Geske plant einen monatlichen Newsletter, in dem sie von ihrer Zeit in Mexiko berichten wird. Bei Interesse daran oder dem Wunsch, ihre Arbeit zu unterstützen, ist eine E-Mail an annkathrin.mexiko@gmx.de möglich.

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