Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Drohnen-Projekt am Speyerer Flughafen vor Abheben abgestürzt

Potenzielles Wachstumsfeld: Einsatz von Drohnen im Medizinsektor. Das Foto zeigt einen Test eines anderen Unternehmens.
Potenzielles Wachstumsfeld: Einsatz von Drohnen im Medizinsektor. Das Foto zeigt einen Test eines anderen Unternehmens.

Nicht bewahrheitet hat sich die Ankündigung eines Unternehmers vom Januar 2022, am Flugplatz Speyer eine neue Firma zum Bau von Drohnen zu errichten. Mehr als eine Absichtserklärung ist daraus bis heute nicht geworden.

„Robotics & Aerospace Technologies GmbH“ sollte die neue Firma heißen, die sich schon als Start-up in Gründung befand und zu Jahresbeginn 2022 ihren Betrieb aufnehmen sollte. In den ersten drei Quartalen des Jahres sollten früheren Ankündigungen zufolge bis zu acht Arbeitsplätze für Elektro-, IT- und Aero-Spezialisten entstehen.

Als Geschäftsführer der neuen Firma stellte sich bei einem Gespräch mit der RHEINPFALZ Roman Paulus vor. Der damals nach eigenen Angaben 37 Jahre alte Betriebswirt führte die Geschäfte der Firma Coptersystems GmbH mit Sitz im saarländischen Merzig und einer Niederlassung in der Ortsgemeinde Fußgönheim im Rhein-Pfalz-Kreis. „Die Robotics & Aerospace Technologies GmbH ist komplett eigenständig zu betrachten“, sagte Paulus damals.

Hoffnung in Drohnen

Als künftiger Partner von Paulus mit am Tisch saß bei dem Gespräch Jürgen Imhoff, ein verantwortlicher Abteilungsleiter bei Microsoft Deutschland. Er wollte als Privatmann am Flugplatz Speyer investieren und einen neuen Hangar als Produktionsstätte bauen. Die Kosten des Neubaus schätzte der Investor damals auf eine Million Euro. „Unsere neue Firma wird ein neues Flugsystem mit einer Spannweite von etwa drei Meter in mehreren Konfigurationen entwickeln und bauen. Dieses System existiert noch nicht“, betonte Paulus. Eingesetzt würden die Drohnen für Vermessungs- und Kontrollflüge, aber auch als Transportmaschinen etwa für Arzneimittel.

Den Einstiegspreis für ein solches Fluggerät bezifferte Paulus auf zirka 125.000 Euro. Nachfrage sei da, zeigte er sich überzeugt. Ebenso wie davon, am Flugplatz Speyer, der in den Jahren zuvor mehrere Neuansiedlungen erlebt hatte, den idealen und für die neues Technologie offenen Standort für sein neues Unternehmen gefunden zu haben. „Hochinteressant“ fand Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) die Ankündigung der Neugründung. Sie freute sich auf „hochinnovative Produkte made in Speyer“.

Investor Paulus hatte bei der rheinland-pfälzischen Investitions- und Strukturbank (ISB) einen Forschungsantrag für ein modulares, unbemanntes Flugsystem eingereicht und mit der Genehmigung gerechnet. Mittlerweile zeichnet sich ab: Das Kalkül ging offenbar nicht auf. Am Flugplatz Speyer ist Paulus jedenfalls nicht angekommen. Die Firma Coptersystems GmbH habe zwar später als angekündigt, nämlich erst zum 15. Mai 2022, einen Büroraum im Towergebäude am Flugplatz angemietet, wie der Geschäftsführer des Flugplatzes, Rainer Zotz, jetzt auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilte. Sie habe jedoch den Raum zum 31. Oktober 2022 schon wieder gekündigt. „Wir hatten verschiedene Ansiedlungsoptionen aufgezeigt, die von der Firma Coptersystems leider nicht weiterverfolgt wurden“, sagt der Flugplatz-Geschäftsführer.

„Nicht weiterverfolgt“

Jürgen Imhoff gibt sich auf die Frage nach dem Projektstand wortkarg: „Wir haben das Projekt nicht weiterverfolgt. Der Drohnenhersteller hat den Sprung nach Speyer nicht durchgeführt“, teilt er mit. Weitere Angaben zu den Hintergründen macht er nicht. Der designierte Geschäftsführer Roman Paulus selbst war seit Ende Dezember 2022 nicht zu erreichen oder hat die Anfrage nicht beantwortet. Am 24. März hat er per Mail mitgeteilt, er befinde sich im Ausland und melde sich „gegen Ende April“.

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