Speyer Drei wilde Pferde und ein Traum
15 wilde Mustangs ohne Perspektive lassen wohl kaum einen Pferdefreund unberührt. Die aus Dudenhofen stammende Regisseurin Caro Lobig und ihr Lebenspartner Timo Lendzion haben einen 60-minütigen Dokumentarfilm über drei Mustang-Stuten und den Versuch gedreht, den Pferden über ein Training in Deutschland ein aussichtsreiches Leben zu ermöglichen. „Aus Liebe zum Mustang“ läuft am 4. Oktober in Speyer im Kino.
Da ist dieser große Traum, zusammen ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen. Und da ist dieser europaweit erste „Mustang Makeover“, von dem Lobig und Lendzion erfahren. 15 wilde Mustangs aus den USA, die dort in Auffangstationen ohne Perspektive stehen, sollten nach Deutschland geholt und hier trainiert werden. Mit dem Ziel, einen neuen Besitzer und damit eine neue Lebensperspektive zu finden. „Ich habe gefühlt, dass daraus ein emotionaler Film werden könnte“, sagt Lobig. Der 24-Jährigen und ihrem Lebenspartner gehört die Filmproduktion Catamaranfilms mit Sitz in Köln. Für Imagefilme und Fernsehproduktionen waren sie bisher unterwegs. Nun sahen sie ihre Chance, aus Liebe zum Mustang ihren Traum zu verwirklichen: die Arbeit als Regisseurin und Produzent mit ihrer Begeisterung für Pferde zu verbinden und drei Mustang-Stuten sowie deren drei Trainerinnen über mehrere Monate hinweg zu begleiten. Als die Mustangs Ende April in Frankfurt ankamen, war völlig offen, welcher Trainer mit welchem Pferd arbeiten würde. Das Los hat entschieden, wie Lobig erzählt. „Wir haben uns dann drei Trainerinnen von den 15 Teilnehmern dieses ,Mustang Makeover’ ausgesucht, die uns besonders gefallen haben von ihrer Art, mit Pferden umzugehen und sie zu trainieren.“ Die Wahl der Filmemacher fiel auf Tanja Riedinger, Sandra Schneider und Yvonne Gutsche. Die drei sind Kolleginnen, kennen sich von Veranstaltungen und sind ihren Fans aus den sozialen Netzwerken sowie der Serie „Die Pferdeprofis“ beim Fernsehsender Vox bekannt. „Das sind drei völlig unterschiedliche Trainerinnen mit verschiedenen Ansätzen, aber mit einer sehr pferdegerechten Art zu arbeiten und einer tollen Ausstrahlung mit viel Emotion“, begründet Lobig ihre Entscheidung, diese drei Frauen bei der Arbeit mit den Mustangs zu filmen. Fast vier Monate, von Ende April bis Ende August, haben Lobig und Lendzion dokumentiert, wie die Trainerinnen in Friedrichshafen, Bad Wimpfen und Köln mit den Mustangs gearbeitet haben. An 26 Drehtagen waren die Filmemacher dabei, wenn die Frauen versucht haben, Schritt für Schritt das Vertrauen der Pferde zu gewinnen. „Was der Inhalt sein wird, ob es spannend oder langweilig wird - das konnten wir nicht wissen“, sagt Lobig. Das Ergebnis des Films sei völlig offen gewesen. Es gab Momente der Rührung und Dankbarkeit, Gänsehaut-Minuten und das Wissen um die Besonderheit, wilden Pferden so nah zu kommen. „Sehr schwierig war es zu sehen, wenn die Pferde getreten oder gebuckelt haben und die Trainer sich durchkämpfen mussten“, berichtet Lobig. Dass dies stellenweise gefährlich war – auch das zeigt der Film. „Der Film ist authentisch, lehrt sehr viel Wissen für Pferdemenschen, hat aber trotzdem sehr künstlerische und fürs Auge schöne Passagen“, beschreibt Lobig ihr Erstlingswerk. Dass die Kamera mal gewackelt habe oder der Ton nicht immer perfekt gewesen sei, wenn es schnell gehen musste, gehört für sie zu einem solchen Film dazu. Schließlich standen die Tiere im Vordergrund, und da war eben nicht alles planbar. Auch das Ende des Films nicht. Das große Finale des „Mustang Makeover“ in Aachen Anfang August sei einer der besonders emotionalen Momente des Drehs gewesen, erinnert sich Lobig. „Sandra und Yvonne wollten ihre Mustang-Stuten behalten. Das heißt, sie mussten an der offiziellen Versteigerung beim Finale teilnehmen und zittern, ob sie die Meistbietende für ihren Liebling sein werden.“ „Aus Liebe zum Mustang“ läuft am Mittwoch, 4. Oktober, 18 Uhr, im Speyerer Kinocenter „Theaterhaus“. Regisseurin Caro Lobig will bei der Vorführung den Titelsong des Films zusammen mit dem Komponisten live präsentieren. Kontakt Eintrittskarten gibt es unter den Internet-Adressen https://shop.ticketpay.de/0DW06RAE und https://de-de.facebook.com/AusLiebezumMustang/ unter dem Menüpunkt „Kino-Tickets“.