Speyer Drei Bewerber, ein freier Platz

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Ende des Monats starten die Vorlesungen im Wintersemester an der Universität Landau. Der Kampf um den knappen, für Studenten bezahlbaren Wohnraum beginnt aber schon viel früher und gleicht einem Spießrutenlauf. Studienanfängerin Moana Middel kann ein Lied davon singen.

Die 17-jährige Aachenerin ist frisch gebackene Abiturientin und zum Studium in die Südpfalz gekommen. Sie möchte den Bachelor-Abschluss im neuen Studiengang „Mensch und Umwelt“ machen. Doch zuvor muss sie ein großes Problem lösen: Sie braucht eine Wohnung oder ein Zimmer. Ihr geht es wie den meisten Studienanfängern, die das Elternhaus verlassen, um ihr eigenständiges Leben zu beginnen. Zum Wintersemester, wenn die meisten Studiengänge starten, ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt besonders hoch. Viele wenden sich hilfesuchend an den Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta). „Wir haben dieses Jahr so viele Anfragen wie noch nie erhalten“, sagt Mona Schwab, Referentin für Soziales beim Asta. Middel kann, wie viele andere Studenten, nur wenig Geld für Miete ausgeben. 300 Euro gehen, vielleicht auch 350, sagt sie – was nicht eben wenig ist. Eine Wohnung alleine anzumieten ist damit aber schwierig. Ihr erster Ansprechpartner ist das Studierendenwerk Vorderpfalz. Es verwaltet drei Wohnheime in Landau: die Wohnanlage Vauban im Süden der Stadt und die beiden in der Godramsteiner Straße. Dort gibt es zusammen 387 Plätze, davon sind zum Wintersemester 133 frei geworden. Auf diese Wohnungen gab es ungefähr 400 Bewerber. Im Vergleich zu den Vorjahren sei eine steigende Tendenz zu erkennen, teilt das Studierendenwerk mit. Eine spürbare Entlastung, wie sie 2011 bei der Planung des Neubaus im Quartier Vauban angestrebt wurde, hat es also nicht gegeben. Es kommen wieder drei Bewerber auf einen freien Platz. Middel hat keinen Erfolg. „Ich wurde erst im Nachrückverfahren angenommen, die Fristen waren bereits abgelaufen.“ Also bewirbt sie sich auf Plätze in den vielen Landauer Wohngemeinschaften (WG). Die erste Runde endet enttäuschend, von 30 angeschriebenen WGs antworten nur vier. Sie kommt in die Unistadt und stellt sich vor, erntet aber nur Absagen. Zum ersten Oktoberwochenende hat sie in weiteren fünf WGs Vorstellungstermine ergattert. Middel fährt von Freitag bis Dienstag mit dem Zug nach Landau. Hier braucht sie einen Platz zum Schlafen. Den findet sie bei der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), die für vier Euro pro Nacht Schlafplätze anbietet. Reserviert für Studenten, die zur Wohnungssuche nach Landau kommen. Pastoralreferent Ralf Körber leitet die Einrichtung. „Wir hatten letztes Jahr ungefähr 250 Übernachtungen, die Studierenden bleiben zwischen zwei Nächten und vier Wochen.“ Dieses Jahr seien es nicht so viele, aber die Vorlesungszeit hat noch nicht begonnen. Die KHG schätzt vorsichtig, dass es Ende 2016 mehr als im Vorjahr sein werden. Als einzige Frau in der Unterkunft darf Middel in Körbers Büro schlafen. Nach wenigen Nächten verlässt sie die KHG und zieht zu einer Bekannten. Die Vorstellungsrunden in den WGs laufen ihrer Ansicht nach gut. „Da ist alles dabei, von einer Dreier-Mädels-WG bis zu 18er-WG“, schildert die Aachenerin ihre Erfahrungen. Doch wieder geht sie leer aus. „Das wird noch klappen“, bleibt sie optimistisch. Gestern war sie wieder in der Südpfalz, um sich vorzustellen. Immer in der Hoffnung, bis zum Start der Vorlesungen eine Bleibe gefunden zu haben.

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