Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Domstadt bei Balkonkraftwerken nicht vorne dabei

Typisch: Ein Balkonkraftwerk ist an einem Geländer befestigt. Als Standorte kommen aber auch Fassaden und Dächer sowie der Boden
Typisch: Ein Balkonkraftwerk ist an einem Geländer befestigt. Als Standorte kommen aber auch Fassaden und Dächer sowie der Boden in Frage. In Speyer sind solche Anlagen, egal wie sie aufgestellt sind, relativ selten anzutreffen.

Was die Anzahl der Balkonkraftwerke angeht, belegt Speyer nur den siebten Platz unter elf kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz. Spitze sind Landau und Neustadt.

In Speyer waren Anfang Juli genau 442 Balkonkraftwerke, auch Balkonsolaranlagen genannt, beim Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert. Das entspricht statistisch gesehen 8,9 solcher Anlagen auf 1000 Einwohner. In Landau, das die Liste der kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz anführt, beträgt die Anzahl 729 Anlagen und die Quote 15,1. Auf Platz zwei liegt Neustadt mit 771 Balkonkraftwerken, was 14,6 Anlagen auf 1000 Einwohner entspricht.

Die Daten zur Verbreitung dieses Typs kleiner Solaranlagen, die den erzeugten Strom ins Hausnetz einspeisen oder einen Batteriespeicher aufladen, hat nun die Landesregierung als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Lea Heidbreder (Bündnis 90/Die Grünen) beziehungsweise ihrer Fraktion mitgeteilt. Heidbreder vertritt in Mainz den Wahlkeis Landau/Südpfalz. Die promovierte Umweltpsychologin ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Landtag.

Landau und Neustadt fördern Anlagen

Während es in Landau und auch in Neustadt zeitweise eine finanzielle Förderung durch die Stadt für die Anschaffung einer Balkonsolaranlage gibt, erhalten Privatleute in Speyer bei der Umsetzung eines solchen Projekts bisher keine derartige Unterstützung durch ihre Kommune. Vor knapp zwei Jahren, im Herbst 2023, waren in der Domstadt nach damaligen Angaben der Stadtwerke Speyer (SWS) lediglich 141 Balkonkraftwerke registriert.

Angesichts der vergleichsweise geringen Anzahl solcher kleinen Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) hatten die Speyerer Stadtratsfraktionen von CDU und Grünen damals einen Prüfantrag an die Verwaltung zu den Möglichkeiten der Förderung von Balkonsolaranlagen vorbereitet. Doch der blieb ohne Folgen, wie sich jetzt zeigt.

Speyer setzt bei Klimaschutz auf andere Projekte

Stadtsprecherin Janine Friedmann teilt auf Anfrage mit, dass in Speyer derzeit kein Förderprogramm für Balkonkraftwerke als Bestandteil von Mitteln aus dem Kipki-Topf des Landes Rheinland-Pfalz bestehe oder geplant sei. Kipki steht für das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation. Bereits im Oktober 2023 habe der Stadtrat beschlossen, Kipki-Mittel ausschließlich für diese Projekte zu beantragen: Umrüstung der Beleuchtung in Schulen auf LED-Technik; Fenstersanierung an der Woogbachschule; Durchführung von LED-Tauschtagen für finanziell benachteiligte Menschen; Entsiegelung und Bepflanzung von Kreisverkehren. Alle diese Maßnahmen habe das zuständige Ministerium genehmigt.

Wie es in der Antwort der Landesregierung auf besagte Kleine Anfrage der Grünen Abgeordneten heißt, liegen aktuell „32 Teilprojekte von Verbandsgemeinden, kreisfreien Städten sowie Landkreisen vor, mit denen Zuwendungen für PV-Anlagen sowie Balkonkraftwerke gegenüber Privatpersonen vergeben werden.“ Die Bewilligungssumme belaufe sich bis dato auf rund 3,2 Millionen Euro. Davon abgesehen gebe es kein eigenes zusätzliches Förderprogramm der Landesregierung zur Gewährung von Zuwendungen an Privatpersonen (Mieter und Eigentümer) für die Errichtung von Balkonkraftwerken.

Rhein-Pfalz-Kreis im Mittelfeld, Kreis Germersheim unterdurchschnittlich

Den Angaben der Regierung zufolge sind in Rheinland-Pfalz „derzeit insgesamt 60.905 Balkonkraftwerke mit einer installierten Leistung von insgesamt 58,7 Megawatt (MW) in Betrieb“. Die Anzahl der Anlagen wächst von Jahr zu Jahr. 2021 kamen 489 Balkonkraftwerke neu hinzu, 2024 waren es 28.317. Der Rhein-Pfalz-Kreis liegt übrigens in der Liste der Landkreise aktuell auf Platz neun mit 2651 Anlagen und einer Quote von 17. Die Ränge eins und zwei belegen die Kreise Mayen-Koblenz (4450; 20,5) und Bad Dürkheim (2,750; 20,5). Der Kreis Germersheim liegt an 22. und damit drittletzter Stelle mit 1673 Anlagen (Quote 12,7).

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