Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Diskussion um Querdenker-Demo am Dom

Umstritten: Maskenpflicht.
Umstritten: Maskenpflicht.

Gegner von Corona-Auflagen aus einer „Querdenker“-Gruppe haben am Mittwoch in Speyer am Dom demonstriert. Sie kündigen einen weiteren Besuch an, die Stadt plant für diesen Fall erhöhte Auflagen.

Die Anmeldung sei kurzfristig erfolgt, die Kundgebung genehmigt gewesen, teilte die Speyerer Stadtverwaltung mit. 48 Stunden vor einer Kundgebung müssten sich die Organisatoren im Rathaus gemeldet haben. Am Mittwoch gegen 11 Uhr kam dann ein Teil der Teilnehmer per Reisebus in Speyer an, das nur eine von mehreren Stationen an diesem Tag war. Dabei: der Sinsheimer Mediziner Bodo Schiffmann, der zum prominenten Gesicht der Querdenken-Bewegung geworden ist.

An der Kundgebung bis 13 Uhr nahmen laut Stadt rund 150 Personen teil. Größere Zwischenfälle habe es nicht gegeben, aber die Stimmung sei aufgeheizt gewesen, sagte Stadtsprecherin Lisa Eschenbach, die auch „Aggressionspotenzial“ erkannte. Laut Speyerer „Bündnis für Demokratie und Zivilcourage“ ist am Rande der Veranstaltung Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) von Teilnehmern bedrängt worden. Ein Pulk sei auf sie zugekommen und habe ihr Handys entgegengehalten, präzisiert Eschenbach.

„Nicht ganz so gut eingehalten“

Zu den Auflagen des Freiluft-Treffens hätten Abstandsvorschriften, jedoch keine Maskenpflicht gehört. Die Organisatoren hätten eine erneute Kundgebung in Speyer angekündigt. Dann würden die Auflagen seitens der Stadt voraussichtlich erhöht, eventuell mit Maskenpflicht. Denn vor allem direkt vor und nach der Kundgebung seien die Auflagen am Mittwoch „nicht ganz so gut eingehalten“ worden, so Eschenbach.

Das Bündnis für Demokratie und Zivilcourage fordert in einer Pressemitteilung, die für 31. Oktober angekündigte nächste Kundgebung nicht zuzulassen: „Da wir uns nicht vorstellen können, dass sie bis dahin das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes oder Abstand halten gelernt haben, halten wir die geplante Veranstaltung für verantwortungslos und im Hinblick auf steigende Infektionszahlen für zynisch.“ Beklagt wird auch, dass am Mittwoch die von rechten Demos bekannte „Wirmer“-Flagge im Einsatz gewesen sei.

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