Speyer „Die teuerste Hüpfburg Deutschlands“

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Entweder sind die Rolltreppen defekt oder die Aufzüge funktionieren nicht – manchmal kommt beides zusammen: Die Zustände am Ludwigshafener S-Bahnhof Mitte sind seit Jahren ein Ärgernis. Politiker wollen nun den Druck auf die Deutsche Bahn erhöhen. Sie fordern regelmäßige Kontrollen. Der angekündigte Austausch der veralteten Rolltreppen soll zügig erfolgen.

„Das ist die teuerste Hüpfburg Deutschlands.“ So zitierte Sabine Gerassimatos von der Linkspartei am Mittwochabend in der Sitzung des Ortsbeirats Süd einen Monteur, der ihr unlängst bei Arbeiten am zentralen S-Bahnhof begegnet ist. Sie spielte damit auf die mutwillige Zerstörung der Anlagen durch berauschte Jugendliche an sowie auf die daraus resultierenden Kosten. Die dürften im Jahr Tausende Euro betragen – konkrete Zahlen dazu kann weder die Deutsche Bahn (DB) als Betreiber noch die Stadtverwaltung liefern. Wie oft die beiden Aufzüge und die vier Rolltreppen tatsächlich defekt und welche Ursache dafür maßgeblich sind – technische Pannen oder Vandalismus? Auch darüber gibt es keine Statistik. Dass die Anlagen in regelmäßigen Abständen ausfallen, weiß jeder, der dort zu- oder aussteigt. Davon zeugen auch die Beschwerden, die bei Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU), beim Behindertenbeauftragten Hans-Joachim Weinmann, bei der DB-Pressestelle in Frankfurt am Main oder bei der RHEINPFALZ in Form von Leserbriefen eingehen. Grundlage für die bisweilen emotional geführte Debatte im Stadtteilgremium war ein SPD-Antrag und die entsprechende Stellungnahme der Verwaltung. Derzufolge beabsichtigt die Bahn, das Rolltreppenpaar älteren Baujahrs an Gleis 1 komplett auszutauschen und nach „nachhaltigen Lösungen“ zu suchen. Wann und wie dies geschehen soll, geht allerdings nicht daraus hervor. Diese Unverbindlichkeit brachte einige auf die Palme. „Es ist unvorstellbar, dass es manchmal Monate dauert, bis etwas repariert wird“, grollte Ortsvorsteher Heller. Menschen mit einem Handicap oder Eltern mit Kinderwagen sei das nicht zuzumuten. In einem öffentlichen Raum mit hoher Passantenfrequenz müsse das Unternehmen robustere Anlagen montieren und diese besser beaufsichtigen. Die Ausfallquote sei „irre hoch“. Und einen DB-Ansprechpartner zu erreichen, der sich klar äußere, sei nahezu unmöglich, so Heller. Deutlich wurde auch sein Stellvertreter Bernd Laubisch (SPD): „Es ist eine Unverschämtheit, wie die Bahn das handhabt. Und es ist eine Frechheit, wie mit den Fahrgästen umgegangen wird. Privatgelände ist Privatgelände. Die Stadt ist da außen vor. Wir müssen auf den Putz hauen“. Das Stadtteilgremium fordert einstimmig den raschen Austausch der Rolltreppen, zügigere Reparaturen und regelmäßige Wartungen. „Ein Bahnhof mit dieser Bedeutung muss barrierefrei erreichbar sein“, sagte Heller. Er will versuchen, einen DB-Vertreter zu einer der nächsten Sitzungen einzuladen. „Das ist ganz in unserem Sinne“, kommentierte am Donnerstag ein Sprecher der Frankfurter DB-Pressestelle die vom Ortsbeirat geforderte Kontinuität am S-Bahnhof Mitte. Mit Blick auf den zunehmenden Vandalismus sprach er von einem gesellschaftlichen Problem, das nur schwer in den Griff zu bekommen sei.

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