Speyer Die Suche nach seltenen Stücken

Placeholder-Image

Ersatz für die Komponenten betagter Flugzeuge ist schwierig zu beschaffen. Eine gute Gelegenheit bietet daher die internationale Flugzeug-Teile-Börse im Hangar 10 des Technik-Museums. Dort haben auch bei der 37. Auflage am Samstag wieder viele Interessierte das Angebot durchforstet und sich mit Gleichgesinnten ausgetauscht.

Nach etwas Bestimmtem sucht Frank Burkhart heute nicht. „Ich halte eher allgemein Ausschau, ob ich vielleicht irgendwo Ersatzteile für meine Bücker 131 finde“, sagt er. Der Militärtrainer aus dem Zweiten Weltkrieg sei in Spanien bis in die 1970er Jahre gebaut worden, ein Exemplar nennt der Südwestpfälzer sein Eigen. „Und es fliegt auch noch“, verrät er. Das erklärt den Bedarf nach Komponenten für den Fall, dass einige mal ausfallen. „Manchmal stoße ich auch auf Schnäppchen, zum Beispiel günstige Armaturen“, erzählt Burkhart, weshalb er regelmäßig zur Teile-Börse nach Speyer kommt. Ein weiterer Grund sei, dass er hier viele Bekannte trifft, die er sonst das ganze Jahr über nicht zu Gesicht bekommt. Ähnlich motiviert schlendern viele Besucher an den Ständen der rund 70 Aussteller entlang, die es wieder einmal aus ganz Europa hierher verschlagen hat. Sie studieren die feilgebotenen Artikel in aller Ruhe und hochkonzentriert. Lassen den Kennerblick schweifen über die Regale voller Pilotenkleidung früherer Zeiten, Druck- und Höhenmesser, Schrauben in allen Formen und Größen, Werkzeuge und Fachliteratur. Dabei finden sich technische Handbücher wie das einer FW 190 A5 von 1944 ebenso wie der Bauplan einer Howard DGA-6 von 1935. Oder man informiert sich über die Legenden der Luftfahrt, erwirbt von Jagdpiloten der ehemaligen Luftwaffe signierte Flugzeugporträts oder Modellbau-Maschinen für den Nachwuchs. Bei der Vielfalt findet sich für jeden Geschmack etwas. Aussteller Wolfgang Falch schaut schon um die Mittagszeit zufrieden drein. Der lange Weg aus dem 450 Kilometer entfernten Pfaffenhofen (Tirol/Österreich) hat sich erneut gelohnt. „Ich restauriere Flugzeuge für Museen und suche dafür noch fehlende Bauteile“, erläutert er. Heute hat er bereits das meiste bekommen von dem, was er braucht. Als Beispiel nennt der Fachmann Instrumente für eine Me-262. Nebenbei bietet er allerlei Komponenten verschiedener Flugzeuge an, die bei Bergungen gefunden oder von den Leuten nach einem Absturz einfach aus dem Wald geholt wurden und irgendwann in Lagerbeständen aufgetaucht sind. „Die Besucher wollen vor allem die Geschichten hinter den Teilen erfahren“, berichtet Falch. Gewisse Sachen ließen sich freilich auch im Internet erwerben. Doch der entscheidende Vorteil der Speyerer Börse bestehe darin, dass sie die größte ihrer Art sei und er hier alles anfassen und eben nicht nur anhand von Fotos begutachten könne. „Außerdem kann ich im persönlichen Gespräch mit den Leuten besser verhandeln“, sagt der Experte Falch. Daneben nutzten manche die Gelegenheit, Vermisstenforschung zu betreiben, weiß Veranstalter Peter Seelinger. Diese Zeitgenossen bemühten sich herauszufinden, was aus Piloten wurde, die über Deutschland abgestürzt sind. Mit dem Zuspruch ist er angesichts der gut gefüllten Halle zufrieden.

Mehr zum Thema
x